Der Wörterschmuggler


 | Der Wörterschmuggler |  Natalio Grueso | Übersetzerin: Marianne Gareis  | Atlantik, 2018 |  978-3455600193 | 9,99 € | 

Bruno Labastide ist ein Abenteurer, ein sympathischer Schuft und ein Sammler kurioser Geschichten: Als er in Venedig eine geheimnisvolle Japanerin kennenlernt, die ihre Liebhaber stets nur für eine Nacht und
gegen schöne Verse empfängt, versucht er, sie mit seinen Geschichten zu betören: zum Beispiel mit der von dem Jugendlichen, der Wörter schmuggelt, oder mit der von der Frau, die in Paris von einem unsichtbaren Verehrer verfolgt wird. Magisch-zauberhafte Begebenheiten, die in Buenos Aires, Paris oder Shanghai spielen und am Ende wieder nach Venedig führen.

Manchmal fühlt man sich wohl und manchmal eben einfach nicht. Dieses Buch hat mich bis zuletzt nicht glücklich gemacht.

Dabei habe ich nichts gegen Geschichten, schon gar nicht Kurzgeschichte und auch gegen solche nichts, die keinen wirklich Zusammenhang haben. Sie wirken leider zusammenhangslos, obwohl Natalio Grueso sich Mühe gegeben hat, einen Zusammenhang zu konstruieren.

Konstruiert – vielleicht hat mich gestört, dass das gesamte Buch sehr gewollt wirkte. Es fehlt mir die Liebe zu Wörtern, die im Titel assoziiert wird und von der ich beim Lesen nicht  berührt wurde. Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob ich etwas Falsches erwartet habe. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sogar der Klappentext mir etwas suggeriert, das ich nicht geliefert bekomme. Ich vermute, dass es die Geschichte oder reinige davon, vorher gab und sie später zu einer runden Geschichte zusammengefügt werden sollten.

Ernüchtert hören sich diese Worte an, dabei sind die Kurzgeschichte an sich gut ausgearbeitet. Bauen schnell Spannung auf, kommen zu einem überraschenden Kern und haben meist auch ein Ende, mit dem ich Leben kann. Es störte mich nur das Konstrukt, das keines sein sollte und der Wille über Wörter zu reden, die nicht oft, die Hauptakteure der Geschichten waren.

Dennoch ringe ich mich zu drei Bücherpunkten durch. Es gibt bestimmt Liebhaber, die mit diesen Kurzgeschichten zu Recht kommen und die den Kopf schütteln würden, wenn sie meine Rezension lesen.