Iron Flowers – Die Rebellinnen


 | Iron Flowers: Die Rebelinnen |  Tracy Banghart | Übers. Anna Julia Strüh | Sauerländer, 2018 |  978-3737355421 | 16,99 € | 

Sie haben keine Rechte.
Sie mussten ihre Träume aufgeben.
Doch sie kämpfen eisern für Freiheit
und Liebe.

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

Geschwisterpaare werden oft in den Fokus von Jugendbücher gerückt. Aber zwei Schwestern? Eher selten, da sie oftmals ähnlich agieren und die Unterschiede kleiner sind. Da denkt man sich einfach einen Kniff aus und macht die Kluft größer, als sie wirklich ist. Nomi mit dem Hang zu Geschichten, Worten und verbotenen Dingen und Serina, die schöne und gute Tochter, werden von Haus aus unterschiedlich erzogen.

Es gibt Mädchen, die können Graces werden und von klein auf auch so erzogen. Sie lernen ein Instrument, sie müssen nur selten putzen. Nomi muss für ihre Familie sorgen und  für ihre Schwester da sein. Nur eines haben sie gemeinsam: lesen ist Tabu.

Nun könnten die beiden Protagonisten so reagieren, wie es völlig normal wäre und vom Leser erwartet wird. Aber wäre das langweilig? Ja. Und so folgt der zweite Streich: anstatt, dass die ausgebildete Tochter eine Grace wird, einem Mann gehört und im Luxus lebt, wählt der Regent Nomi aus.

Das Chaos scheint perfekt. Während Serina verletzt ist und am liebsten verlangt, dass Naomi die Wahl ablehnt, ist Nomi nur verwirrt. Was soll das ganze – scheint sie permanent zu denken und macht mich damit  wahnsinnig. Sie hat einen tollen Charakter, der aufgeweckt ist und rebellisch. Bis wir ca. die 100 Seite erreichen und von dem Charakter nichts mehr übrig ist.  Aus der starken und intelligent, jungen Frau, ist eine Puppe geworden. Sie denkt nicht mehr nach, fügt sich allen Regeln und lässt sich in eine Liebesgeschichte fallen, die vor Widersprüchen nur so wimmelt.

Serina hingegen hat mit ihrem Zorn zu kämpfen und muss sich auch in eine Welt einfügen, die sie sich so nicht gewünscht hat. Als sie an einen anderen Ort verbannt wird, muss sie lernen zu kämpfen und vor allem zu vertrauen. Ihre Entwicklung hat mir wirklich gut gefallen und war auch nachvollziehbar. Während bei Naomi plötzlich alles kippt. Sie wird gefügig. Oftmals verstehe ich es, da sie in einer anderen Welt leben muss. Dass sie aber nicht mehr hinterfragt, die Unterdrückung, das Leseverbot und vieles andere, einfach so hinnimmt, finde ich nicht vereinbar mit ihrem Charakter.

Ich wusste vorher, dass es sich um eine Trilogie handelt. Aber auch während des Lesens wurde an einige Stellen klar, dass da noch etwas kommen könnte. Für manche Figuren wirkt die Geschichtetes zum Schluss nicht zu Ende erzählt. Der Cliffhanger ist nicht schlecht gewählt, da ich aber sehr mit Nomi zu kämpfen habe, weiß ich noch nicht, ob ich die Schwester-Geschichte weiter verfolgen möchte.