Was bleibt sind wir


 | Was bleibt sind wir |  Jill Santopolo | Übers.: Carola Fischer | Heyne, 2018 |  978-3453422155| 12,95 € | 

Lucy und Gabe treffen sich mit Anfang zwanzig in einem Uni-Seminar, und diese Begegnung verändert ihr beider Leben für immer. Gemeinsam lernen sie die erste große Liebe kennen. Nur eines bedenken sie nicht: dass ihre Wünsche sie immer weiter auseinander treiben könnten. Lucy macht Karriere in New York, während Gabe als Fotograf um die Welt reist. Trotzdem können sie einander dreizehn Jahre lang nicht vergessen. Werden sie erneut zueinander finden? Ein einziger Augenblick könnte das entscheiden …

Suchen wir sie nicht alle? Die wahre Liebe? Das Schöne an dem Buch ist, dass ich mich manchmal wiedergefunden habe und manchmal wirklich dachte: „Gott sei Dank, ich habe das gefunden, was Lucy sucht.“

Lucy erzählt eine Geschichte. Wie ein Blitzlichtgewitter erzählt sie, mal ruhig, mal aufgewühlt, wie das war mit „Gabe“. Es gibt Sätze, da spricht sie Gabe selbst an und der Leser bekommt das Gefühl, sie würde einen sehr, sehr langen Brief schreiben.

Durch die Perspektive ist es mir möglich, wirklich mitzuleiden. Ab Seite 1 wollte ich nur noch wissen, wie es weitergeht. Lucy ist am Anfang eine eher zurückhaltende Frau, die sich durch ein großes Ereignis verändert. Das Ereignis ist der 11. September 2001. Wie viele Uhren blieben stehen? Wie viele Menschen krempelten danach ihr Leben um? Und wie viele verlorenen einen geliebten Menschen?

Lucy hat das Glück und darf Gabe küssen. Es verändert ihr Leben. Er ist die Seele, die sie immer gesucht hat und wenn Lucy schreibt, spürt man alles, was zwischen ihnen ist. Leider haben die beiden keine Chance. Das Schicksal möchte etwas anderes und treibt die beiden auseinander und erst Jahre später wieder zusammen.

Der Kreislauf wiederholt sich und davor hatte ich Angst. Kann man sich mehr als einmal abstoßen und wieder zusammenfinden und dem Leser wird trotzdem nicht langweilig? Langweile ist kaum möglich, denn die Glückswelle trägt mich mit als die beiden endlich ihr Glück finden, was später wieder jäh zerreißt. Ganz nebenbei werden Fragen des Lebens eingebunden. Wie viele Kompromisse soll ich für einen Menschen machen? Versteckt man seinen großen Traum? Und muss jeder Mensch in der Welt etwas bewegen?

Ich habe Gabe manchmal gehasst, aber auch gewundert. Oft habe ich darüber nachgedacht, ob wir als Pärchen auch Träume haben Träume sein lassen. Jeder irgendwie auf seine Art, aber wir sind glücklich miteinander. Lucy allerdings hat es nicht so leicht, was sie manchmal sehr egoistisch wirken lässt. Nicht alle Entscheidung oder Dinge, die sie mit ihrem späteren Ehemann tut, würde ich so unterschreiben. Aber was machst du, wenn dein Herz gebrochen ist?

Du liest Jill Santopolo und denkst über die Liebe, das Leben und dein Lachen nach.

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