Illuminae – Akten 01


| Illuminae – Die Illuminae Akten 1 | Aimie Kaufman  & Jay Kristoff | Übers. Gerald Jung | dtv, 2017 |  978-3423761833| 19,95 € | 

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Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.

Fakt ist, um heute auf dem Buchmarkt herauszustechen, muss den Verlagen einiges einfallen. Da werden Buchschnitte gefärbt, Videos gedreht und Bücher mit viel Pfiff produziert. „Illuminae“ gehört zu letzterem und glänzt ganz außergewöhnlich – und das bereits von außen.

Der Buchdeckel ist gepflastert mit Wortfetzen, angefangenen Sätzen und sogar Wörtern in roter Schrift. Bereits am Buchschnitt bemerkt das Kennerauge: da ist was anders! Dies sind Akten, die aus Schnipseln, Protokollen, Videos in nacherzählter Form und E-Mails bestehen. Einzigartig! Aber was ist mit dem Inhalt? Der muss doch auch stimmen oder was sagt ihr?

Die ersten Seiten haben mich mitgerissen. Ezra und Kady erzählen nicht, nein wir erleben es mit. Denn die Leser müssen sich vorstellen, dass sie es sind, die die Illuminae Akten zugeschickt bekommen. Was fängst du mit so etwas an? Es ist eine Art Aufklärungsbericht, denn der Planet auf dem Ezra und auch Kady gelebt haben, würde angegriffen. Nun treiben sie mit vielen anderen in einer Kolonne von Schiffen durch das Weltall.

Ezra und Kady befinden sich auf zwei verschiedenen Schiffen. Sie kommunizieren erst gar nicht, später dann per E-Mail und Chatfunktion. Kady ist eine kleine Hackerin. Da es an vielem mangelt und es einige Gefahren gibt, vergessen sie ihren Streit für eine Weile. Obwohl die beiden getrennt voneinander agieren, bekommt der Leser alles mit, denn es steht fest: Das alles, was wir lesen, ist bereits passiert.

Die Aufmachung hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich fühlte mich von der Perspektive des Beobachters angezogen. Leider wird die Beziehung zu den Figuren durch so eine Position nicht gefestigt. Ich habe zwar gelesen, was die beiden Jugendlichen taten, schrieben und fühlten, aber erlebt habe ich es nicht. Ihre Köpfe und Herzen blieben vor mir verborgen. Das Geschehen war mal sehr schleppend geschildert und dann wieder voller Action. Beides hält sich die Waage, aber als Leser kann ich immer wieder entscheiden: Das geht mich nichts an. Ich weiß nicht, ob es nur mir so ging.

Müsste ich die Aufmachung bewertet, ist dieses Buch ein wahrer Hingucker, außergewöhnlich und hat einen Preis verdient. Zudem fällt mir auf, dass es bestimmt ein toller Lesetipp für Jungs ist, die mit wenig Gefühlsduselei, spannenden Raumschiffen und Verschwörungstheorien etwas anfangen können.

Leider vergebe ich dennoch nur 3 Bücherpunkte, denn die Protagonisten berühren mich nicht. Als Beobachter nahm ich nicht am Geschehen teil, konnte nicht mittendrin sein.

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