Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel

|Commissaire Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel |  Jean Francois Parot  | Belessing, 2017 |  978-3896675736 | 17,00 € | 

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Paris, 1761: Als ein Polizeibeamter der Korruption verdächtig wird, betreut man den jungen Nicolas Le Floch mit dem Fall. Was als Bagatelle beginnt, wird schon bald zum Mordfall, da der verdächtigte Beamte verschwindet, und zu einem Skandal, der auch König Ludwig XV und seinen Hofstaat treffen könnte. Während die Pariser Gesellschaft sich dem wilden Treiben des Karnevals hingibt, führen Nachforschungen Nicolas Le Floch in Spielhöllen, Abdeckereien, Edelbordelle und die Verliese der Bastille. Wird er das Geheimnis lüften und den König retten?

Historische Romane lese ich gar nicht gerne. Aber historische Krimis sind eine ganz andere Baustelle. Spannung, Einblicke, in eine Vergangenheit, die wir nicht miterlebt habe. Dazu eine Prise Intrigen, Mord und Gelüste – wo sind wir? Richtig, in Paris. Hat doch wohl jeder erkannt, oder?

Könige, Prinzessinnen, Straßen voller Kot – letzteres ist bestimmt übertrieben, aber der neue Comissaire Le Floch lanciert durch die Straßen von 1761. Er ist noch recht jung für damalige Verhältnisse, denn wir müssen immer daran denken, damals wurden die Menschen noch nicht sehr alt. Seine Ausbildung ist nicht ganz die richtige, als er einen Job angeboten bekommt, aber es kommt ihm gar nicht in den Sinn, es nicht zu machen. Das spricht schon einmal für seinen recht dickköpfigen, aber wachen Charakter.

Damit sich der Leser gut zu Recht finden kann, werden alle Details erklärt. Welche Straße, welche Begriffe – da muss man manchmal ein kleiner Frankreichkenner sein. Auch ein gewisser Grundwortschatz an Französisch sollte kein Problem darstellen. Wenn sich die Figuren nämlich unterhalten, fallen oft französische Begriffe. Nicht immer werden sie erklärt und ergeben sofort einen Sinn. Es ist fast eine Art von Schnitzeljagd bis  man sich an alles französische gewöhnt hat.

LeFloch, ein ruhiger Mensch mit einen gut funktionierenden Gehirn, läuft durch die Straßen und wirkt dennoch recht flach. Wenn er sich mit Menschen unterhält, bleiben die Gespräche recht seicht und wirken gestellt. LeFloch lässt kaum Gefühle zu, das heißt er geht auch auf die Menschen, die er trifft, kaum ein. Er will nur seinen Fall lösen, das ist auch wichtig, denn immerhin geht es um den König. Leider kann ich mit dem Ermittler nicht viel anfangen.

Es gibt viele kleine Nebenschauplätze, die Nebenhandlungen bereit halten. Manchmal ergeben diese einen Sinn, aber manchmal verlaufen sie auch einfach ins Leere und wirken, als ob sie nur eingebaut wurden, um eine bestimmte Ecke von Paris einzufügen. Der Leser bekommt ein ziemlich detailliertes Bild des damaligen Paris. Keine Ecke, Straße und Dekadenz wird ausgelassen. Dadurch entsteht zwar ein großartiges Bild der Stadt, es werden aber die Figuren vernachlässigt. Es wirkt, als ob Paris die eigentliche Protagonistin ist und nicht LeFloch.

Ich gebe mich am Ende geschlagen und muss sagen, historisch gesehen ein sehr ausgefeilter Kriminalroman, der mich aber mit seiner Handlung nicht fesseln konnte. Vielleicht hätte man LeFloch besser beschreiben müssen, um ihn gegen Paris nicht klein aussehen zu lassen.

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2 Kommentare

  1. auch wenn du dem Buch kritisch gegenüber stehst und es dich nicht in seinen Bann ziehen konnte, bin ich doch erst durch deinen Beitrag an die Krimis um Le Floch aufmerksam geworden. Vielen Dank fürs Zeigen!
    Ich glaube dass die Mischung aus Historienroman und Krimi, die nur geeignet für francophile Leser ist, mir doch gefallen könnte!

    Ich werde mich jetzt weiter durchklicken und warte auf neue Rezensionen!

    Liebe Grüße,
    Liselotte von lesenodernicht.de

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    • Danke für den tollen Kommentar! Ich freue mich, wenn Du LeFloch mögen würdest! Gut, dass wir verschiedene Geschmäcker haben und ich finde es ganz toll, dass auch eine etwas negative Rezension von mir, zum Lesen anregt! 🙂 Liebe Grüße Franzi

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