Im siebten Sommer


| Im siebten Sommer| Rowan Coleman | Übers. Marieke Heimburger| Piper, 2017 |  978-3492308038 | 9,99 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

Eines Tages beschließt Rose, dass das Leben zu kurz ist, um in einer unglücklichen Ehe zu leben. Sie schnappt sich ihre Tochter und fährt in das idyllische Millthwaite. Dort sucht sie Frasier, einen attraktiven Kunsthändler, in den sie sich vor sieben Jahren unsterblich verliebte. Sie sah ihn nie wieder – und alles, was sie von ihm besitzt, ist eine Postkarte aus diesem Ort. Schnell stellt sich heraus, dass Fraiser hier nicht mehr wohnt. Auf der Suche nach ihrer großen Liebe trifft Rose jedoch auf einen anderen Mann, der eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen wird. Und Rose begreift: Es ist nie zu spät, um glücklich zu sein.

Manchmal braucht es so wenig, um uns zu ermuntern. Eine Postkarte ist es, die es Rose dazu bringt, einen großen Schritt in ihrem Leben zu tun. Häusliche Gewalt hat viele Gesichter. Es muss nicht der offensichtliche blaue Fleck oder ein blaues Auge sein. Es sind auch Angstzustände, die ein Mann schürt. Gedanken und Worte, die er sagen kann und die dich klein und unbedeutend werden lassen. Ist dann auch noch ein Kind im Spiel, wird die Sache schwieriger.

Rowan Coleman greift ein wichtiges, viel zu stilles Thema auf. Als unterdrückte Hausfrau, mit wenig Selbstwertgefühl und eine Tochter, die Angst hat ein Kind zu sein, haut sie ab. Eigentlich weiß sie nicht wohin, nur weg. Sie landet in einem Dorf und landet in der Obhut von Jenny.

Jenny ist geschwätzig, hat einen Mann, der Partei für Rose ergreift, ein Bett bietet und sich um die kleine Tochter kümmern wird. Die resolute Jenny hat mir sehr gut gefallen, sie bietet dem kleinen Mädchen Raum sich zu entwickeln und ich mag ihr loses Mundwerk. Ohne, dass Rose es ahnt, wird sie einige Strippen ziehen und Mutter und Tochter in die richtigen Bahnen lenken.

Trotzdem hatte ich Probleme mit dem Roman. Ich vermisste die Einzigartigkeit von Rowan Colemans Erzählweise. Die Autorin hat es in ihren letzten Büchern immer geschafft, eine großartige Verbindung zwischen Charakteren und Lesern herzustellen. Durch tolle Einzelheiten der Figuren oder Szenen fühlte man sich immer „nah dran“. Dieses Gefühl fehlt mir, was auch an Rose, der Mutter liegt. Natürlich verstehe ich, dass sie sehr verängstigt ist und sich kaum traut zu atmen. Aber ihre (oftmals) falschen Entscheidungen, waren nicht nachvollziehbar, da auch ihr Charakter sehr flach war. Ich wusste nicht, wie sie dachte, was sie fühlte – es erreichte mich nicht.

Maddie, ihre Tochter, ist ein wahrer Lichtblick. Sie ist ein Mädchen, das langsam aus sich herauskommt. Plötzlich entdeckt sie eine Welt, die nicht von ihrem Vater und ihrer Mutter überschattet wird. Letztere überschattet sie einfach mit ihrer Ängstlichkeit, was nachvollziehbar ist.

Wer eine seichte Liebesgeschichte erwartet, wird nur bedingt bedient, denn das Thema häusliche Gewalt ist schwere Kost und wird nie fallengelassen. Zudem geht es um eine Verbindung zwischen Vater und Tochter, die es nie gegeben hat. Es ist eine lebenslange Suche nach dem warum, wie und was. Diese ewige Suche birgt aber auch eine Gefahr. Es wird oft wiederholt, was Maddie und Rose in der Vergangenheit erleiden mussten. Rose denkt oft ähnlich, was den Leser so vorkommt, als hätte er es bereist gelesen. Manchmal gerät dadurch die Spannungskurve ins Wanken und es entstehen Längen, die das Lesen nicht einfach machen.

Es ist ein durchschnittlicher Roman von Rowan Coleman, aber sie kann es besser.

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