Sommer einer Freundschaft – Kieselsommer


| Kieselsommer  | Anika Beer | cbj, 2017 |  978-3570157732 | 14,99 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

Der erste Urlaub ohne Eltern! Tilda und ihre beste Freundin Ella können es kaum erwarten. Zwei Wochen gehört ihnen das Ferienhaus von Tildas Tante im Spreewald ganz allein. Mit Terrasse und eigenem Boot. Das wird der beste Sommer ihres Lebens! Doch dann fängt Ella ein Glühwürmchen und wünscht sich die große Liebe – und am nächsten Tag taucht Mats auf. Mats, der irgendwie ganz besonders ist. Ella glaubt an das Schicksal und dass Mats und sie füreinander bestimmt sind. Doch Tilda traut Mats nicht über den Weg und fühlt sich mehr und mehr wie das fünfte Rad am Wagen. Aber muss man seiner besten Freundin nicht alles Glück der Welt gönnen?

Jeder wünscht sich eine: eine beste Freundin. Nachts endlos mit ihr über Probleme reden, in den Urlaub düsen, tonnenweise Eis bei Kummer essen. Aber was passiert, wenn sich zwei Mädels plötzlich auseinanderleben? Oder noch schlimmer, die Liebe der Freundschaft Steine in den Weg legt?

In diesem sommerlichen Jugendbuch soll einiges an Themen aufgegriffen werden. Erste, große Liebe, Eifersucht, Freundschaft, der erste Urlaub ohne Eltern, ein bisschen Aberglaube und Erwachsenwerden. Für mich hat dieser Mischmasch aus vielen Gefühlen, toller Landschaft und den drei Protagonisten nicht ganz funktioniert. Beginnen wir von vorn:

Tilda und Ella dürfen in einem verwunschenen, süßen Haus mitten im Spreewald Urlaub machen! Niemand stört sie, es gibt Glühwürmchen, den Mond und einen vollen Kühlschrank. Die beiden Freundinnen könnten unterschiedlicher nicht sein. Es bewahrheitet sich der Spruch: Gegensätze ziehen sich an. Während Tilda etwas verhärmt ist, sportlich, kurzhaarig, etwas lauter und viel Beschützerinstinkt besitzt, ist Ella eher ruhig. Sie legt Tarotkarten und hofft heimlich auf die große Liebe. Ihr könnt Euch vorstellen, dass die beiden sehr überrascht sind, als Mats auftaucht. Schnell wird klar, dass die ruhige Ella und der Künstler Mats zusammenpassen.

Beide haben keine Erfahrung mit der Liebe. Langsam tasten sie sich heran, wäre da nicht Tilda, die Mats mit Argwohn beobachtet. Was zuerst aus ihrem Beschützerinstinkt entsteht, ist später einfach nur Eifersucht. Sie fühlt sich allein gelassen und kann mit Ellas erwachtem Selbstbewusstsein nicht umgehen.

Es ist eine Dreiecksgeschichte, die viel Zunder bieten könnte. Leider ist Ella ein recht schwacher Gegner für Tilda. Letztere kann schnell wütend werden und setzt gerne alles auf eine Karte. Von Anfang an ist sie mir etwas unsympathisch, da sie sehr hart wirkt. Fast würde ich sagen: Sie wirkt viel älter als 17 und passt nicht mehr in die Altersgruppe, die das Buch tatsächlich lesen soll (ab 12 Jahre).

Nachvollziehbar ist die schnelle Liebelei zwischen Mats und Ella. Sie passt wunderbar in die verwunschene Spreewaldwelt. Zwar entwickelt sie sich sehr schnell, aber wenn wir uns erinnern, ist es uns in dem Alter auch so gegangen. Von Himmel hoch jauchzend zu… Na, ihr wisst schon! Ella weint recht viel und verteidigt sich wenig. Was ich schade finde, ist, dass sie die beiden Mädchen schnell anlügen und sich nicht trauen, diesen Umstand zu ändern. Ist das Freundschaft? Wenn die beiden tatsächlich schon so lange befreundet sind, geht man anders miteinander um.

Ganz besonders gut gefallen hat mir das Setting, das nicht groß in die Ferne schweifen muss. Das Häuschen, die Tante und der Spreewald sind toll ausgewählt und vermitteln magische Momente.

Am Ende bin ich mir nicht sicher, ob Tilda und Ella mich gut unterhalten haben. Es gab viele schöne Stellen, vor allem die Beschreibungen des kleinen Häuschens und der Natur, die mir gefallen haben. Den beiden Mädchen fehlt etwas Tiefe, um sie konkret kennenzulernen. Mit der Zeit habe ich den Zugang zu den Mädchen verloren.

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