Frühling in Paris


| Frühling in Paris |Fiona Blum | Goldmann, 2017 |  978-3442314577 | 15,00 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

In der Rue d’Estelle blühen die Platanen. Es ist Mai, und das Leben scheint heiter und unbeschwert. Doch den Bewohnern des Hauses Nr. 5 ist nicht nach Frühling zumute. Isaac, der alte russische Jude, verlässt kaum mehr seinen Tabakladen. Dem Studenten Nicolas, der als Straßenclown arbeitet, gelingt es nicht mehr, die Menschen zum Lachen zu bringen. Und die ehrgeizige Tänzerin Camille hat alle Leichtigkeit verloren. Bis eines Tages die junge Louise auftaucht und ein kleines Café eröffnet. Mit ihrer Unbekümmertheit stellt sie alles auf den Kopf und sorgt für einen Zauber, den es in der Rue d’Estelle schon lange nicht mehr gegeben hat.

Bevor ich dieses Buch in die Hand nahm, wurde ich bereits abgeschreckt. Die sozialen Medien waren mal wieder Schuld, denn jemand fragte, ob das Buch nach 10 Seiten  noch besser wird. Die Autorin hätte ziemlich oft das Wort „Herz“ benutzt. Kann das sein?, fragte ich mich und wagte mich ein bisschen skeptisch an diesen Paris-Roman, obwohl ich mich sonst immer darauf freue in die Stadt der Liebe zu reisen.

Fiona Blum hat, nachdem man den holprigen Anfang überstanden hat, einen locker Schreibstil. Sie erzählt vom Leben in Paris, erwähnt Straßen, beschreibt Düfte und nicht zuletzt die Emotionen der Figuren sehr gut. Sie beginnt mit einer Einleitung, die zeigen soll, wie verschieden zwei Menschen sein können, sie sich dennoch irgendwann im Leben begegnen werden. Unsere beiden Protagonisten, Nicolas und Louise, haben dennoch eine Gemeinsamkeit: sie glauben an ihr Herz und dass Sehnsüchte.

Ich habe spontan entschieden, dass Louise (stimmt wirklich) und Nicola (da wäre ich mir nicht so sicher), die Hauptcharaktere sind. Louise bildet nach einiger Zeit den Fixpunkt in einer Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könne. Verbunden werden sie durch ein Haus, in dem sie wohnen und eine Bekanntschaft, die Louise leider nicht gemacht hat. Nicolas gehört eher zu dieser Gruppe, sticht aber mit seiner Melancholie, seiner Angst und seinen schönen Augen stark heraus.

Die Geschichte dreht sich, wie kann es anders sein, um die Liebe. Aber auch um Träume und Entscheidungen, die man im Leben treffen muss. Louise wählt viele neue Anfänge im Leben und bringt fast nichts zu Ende. Sie zweifelt oft an sich selbst, was man auch in ihren Taten und Gefühlen sehen bzw. spüren kann. Sie ist ein toller Charakter!

Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist die unterschwellige untergebrachte Botschaft, die Nicolas verkörpern soll. Es wird, lediglich in zwei Absätze, auf die Anschläge in Paris eingegangen. Diese hat er miterlebt und hat nun Angst. Verständlich. Aber das Thema wird nebenher eingestreut und wirkt nachträglich eingebaut, was ich sehr schade finde. Es will sich nicht in den leichten Rhythmus einfinden und so gar nicht zu den angesprochenen Themen passen. Da hilft es auch nicht, dass sich am Ende des Buches eine Widmung finden lässt.

Es ist ein sommerliches Buch, das im Urlaub oder auf der Terrasse wirklich ein toller Lesestoff ist. Leider muss ich dennoch, zwei Sterne abziehen, da mir der Bezug zu den Terroranschlägen sauer aufgestoßen ist.

 

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