Einwurf: Wahrheiten über den Fußball und mein Leben


| Einwurf. Wahrheiten über den Fußball und mein Leben | Toni Schumacher  | Heyne, 2017 |  978-3453201545 | 19,99 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

März 1987: Toni Schumachers Buch »Anpfiff« erscheint. Seine »Enthüllungen über den deutschen Fußball« werden im In- und Ausland ein Bestseller. Doch Toni Schumacher, den besten Torwart der 80er Jahre, kosten sie den Job: Rauswurf aus der Nationalmannschaft, Rauswurf beim 1. FC Köln.

30 Jahre später: Toni Schumacher ist Vizepräsident des 1. FC Köln. Gemeinsam mit einem neuen Vorstand und dem Team um Trainer Peter Stöger hat er die Geißböcke aus der 2. Liga zurück in die Top 10 der Bundesliga geführt – die beste Plazierung seit 25 Jahren.

Jetzt erzählt Toni Schumacher, wie sein Leben nach dem »Anpfiff« verlief und was es persönlich bedeutet, den schwierigen Weg zu gehen. Zudem skizziert er, wer hierzulande für den ehrlichen und transparenten Sport steht und was getan werden muss, um den deutschen Fußball weiterzuentwickeln. Denn klar ist unter anderem auch, dass der Grat zwischen fortwährendem Doping und beschleunigter Regeneration schmal ist und dass die Liga ungebremst hunderte Millionen Euro für Spielerberater ausgibt. Bei alldem bleibt sich Toni Schumacher treu: Schreibt kritisch und visionär, offen und direkt.

Immer mal wieder lese ich Biografien über und von Sportlern. Okay, ich gebe es zu: es sind meist Fußballer. Ich mache da auch keinen Unterschied, obwohl ich ein Schalke-Fan bin. Es ist egal, ob ich Pep Guardiolas Biografie lese oder eben die von Toni Schumacher. Mich interessieren die Anekdoten vom Fußball, wie es ist auf dem Platz zu stehen, dabei zu sein.

Bei Toni Schumacher ist es nun so, dass er bereits ein Buch geschrieben hat. „Anpfiff“ war ein Skandal, die Wahrheit über den damaligen Fußball, Einblicke, die es noch nicht gegeben hatte. Er musste danach damit leben, für „seine“ Wahrheit einstehen und mit den Konsequenzen leben. Das Buch kenne ich leider nur aus Erzählungen, aber es steht schon auf der Leseliste für später.

Natürlich geht eine Leseempfehlung an alle 1. FC Köln Fans raus, die kennen sich bestimmt um einiges besser aus. Ich wollte einfach nur seine Sichtweise verstehen und vor allem bekomme ich manchmal beim Lesen Gänsehaut, wenn Spieler in der Kurve stehen und den Jubel oder die Pfiffe hören.

Die Biografie ist wirkliche Biografiearbeit. Der Leser lernt Toni Schumacher kennen. In Zeitsprüngen geht es zurück in die Kindheit, dann wieder zurück zum FC oder in ein anderes Fußballstadion. Dabei zeigt sich der Fußballer von seiner sanften Seite, aber auch sein Ärger ist zu spüren, wenn er von Pfiffen erzählt, von Momenten, in denen er nicht mehr spielen durfte oder spielen sollte. Letzteres ist eine bittere Entscheidung, manchmal trägt der Spieler eine gewisse Mitschuld.

Wer eine gewisse Chronologie der Ereignisse erwartet, wird enttäuscht, da die Sprünge willkürlich sind und dem Erzähl- und Erinnerungsstrang des Menschen Schumacher folgen. Da geht schon mal was unter, denkt sich der Fan, aber einige Seiten später werden Ereignisse doch noch bedacht. Es gibt auch Einblicke in Freundschaften, die in der Türkei entstanden sind und manchmal tauchen Wiederholungen auf. Mir macht das nichts, denn ich denke immer: es ist sein Leben, er mag erzählen, wie er will.

Der Fußball bestimmt sein Leben, aber er vergisst nie Mensch zu sein. Verständlich wird dies vor allem durch seine Entscheidung „Anpfiff“ zu schreiben und nun Jahre später ein weiteres Buch zu veröffentlichen. Er steht immer noch zu seinen Gedanken und Entschlüssen. Er ist ein integerer Mensch und steht für Menschlichkeit im Sport. Die Biografie wird einen Platz in meinem Regal bekommen und es nicht wider verlassen.

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