Als ich dich suchte

| Als ich dich suchte | Lauren Oliver | Übers. Katharina Diestelmeier | Carlsen, 2017 | 978-3551583512 |  19,99 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

Die beiden Schwestern Nick und Dara sind grundverschieden und doch unzertrennlich. Bis Dara Nicks besten Freund Parker küsst. Bis zu dem Autounfall, bei dem Dara im Gesicht verletzt wird. Seitdem sprechen die Schwestern nicht mehr miteinander. Als Dara an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, glaubt Nick zuerst an einen dummen Scherz. Doch Dara ist schon das zweite Mädchen, das in der Gegend verschwunden ist. Nick spürt, dass ihre Schwester in großer Gefahr ist und dass sie sie finden muss – bevor es zu spät ist.

Lauren Oliver wird vielen durch ihre Bücher bekannt sein. Sie schrieb „Wenn du stirbst, zieht Dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“, die „Amor-Trilogie“ und „Panic“.  Mich hat die „Amor-Trilogie“ mitgerissen, denn Lauren Oliver konnte Charaktere erschaffen, die lebendig wirkten, Gefühlen waren zum Greifen nah und sie hatte immer ein Ass im Ärmel.

„Als ich dich suchte“ sprang mir im Neuerscheinungsregal in der Bibliothek ins Auge, da ich etwas Abstand zur Autorin gesucht hatte. Ihre letzten Bücher hatten mich nicht mitgerissen und manchmal braucht man einfach eine Pause.

Zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich sind, werden am Anfang erst einmal gut beschrieben. Sie haben gemeinsam einen Unfall und während sich Nick damit quält, den Unfall verursacht zu haben und nicht verletzt worden zu sein, igelt sich Dara ein und redet nicht mehr mit ihrer Schwester. Doch der Bruch passierte bereits viel früher. In Rückblenden erfährt der Leser, dass Dara den besten Freund von Nick geküsst hat und eine Beziehung mit ihm anfing. Fortan fühlte Nick sich verlassen und verstand die Welt nicht mehr.

Erst einmal hört sich der Plot sehr einfach an. Zerstrittene Geschwister gibt es wie Sand am Meer und auch Menschen, die Verletzungen davon getragen haben, haben meist mit bekannten Problemen zu kämpfen. Sie suchen sich selbst, einen Weg in die alte Welt zurück, müssen sich nun akzeptieren, wie sie sind. Nick hat zudem noch das Problem, dass sie weder an Dara herankommt noch mit Parker vernünftig reden kann. Immer mehr verstrickt sich der Leser in ihre Welt und beginnt auf Kleinigkeiten zu achten.

Es gibt hingeworfene Sätze, die den Leser stutzen lassen. Es gibt Gespräche, die eigenartig wirken, aber man kann nicht genau festmachen warum. Das Gefühl nagt an meinen Gedanken und auch wenn die Spannung im Buch eher schleppend verläuft, bleibt immer noch die Frage: Was sagen mir diese Leerstellen? Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt?

Genau diese Frage hält mich beim Lesen bei der Stange und als der Twist kommt, mich fast wie ein Holzhammer niederstreckt, bin ich völlig baff. Überlege noch einmal, ob ich es hätte kommen sehen und vor allem: Warum habe ich es nicht verstanden? Das Gefühl ist ab diesem Zeitpunkt verschwunden, nichts nagt mehr an mir und das Buch ist, nach weiteren dreißig Seiten zu Ende. Was bleibt ist ein großartiger Schnitt, eine Entwicklung, die ich beiden Schwestern und Parker nicht zugetraut hätte. Alle drei Figuren haben immer wieder Hinweise gestreut. Im Nachhinein erinnert es mich an die Brotkrumen bei „Hänsel und Gretel. Und ich habe in mitten der Brotkrumen gestanden und nichts verstanden.

Falls Ihr die Möglichkeit habt, dieses Buch zu lesen, lest es. Es geht um den Twist, den Knackpunkt, der alles verändert und der auch ziemlich durcheinander bringen kann. Es ist grandios geschrieben und hinterlässt das Gefühl einer Schnitzeljagd beigewohnt zu haben.

 

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Ein Kommentar

  1. Ich liebe diesen Buch. „Wenn du stirbst“ ist auch ein totales Herzensbuch von mir. Und ich liebe den Schreibstil von Lauren. Wenn dir das gefallen hat, dann schau unbedingt bei „Alles, was ich von mir weiß“ vorbei. ❤

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