Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen


| Hidden Figures | Margot Lee Shatterly | Übers. Michael Windgassen | Harper Collins, 2017 | 978-3959670845 | 14,00 €

1943 stellt das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NACA,die später zur NASA wird, erstmalig afroamerikanische Frauen ein. „Menschliche Rechner“ – unter ihnen Dorothy Vaughan, die 1953 Vorgesetzte der brillanten afroamerikanischen Mathematikerin Katherine Johnson wird. Trotz Diskriminierung und Vorurteilen, treiben sie die Forschungen der NASA voran und Katherine Johnsons Berechnungen werden maßgeblich für den Erfolg der Apollo-Missionen. Dies ist ihre Geschichte.

„Hidden Figures“ war in aller Munde, als es darum ging, den Oscars dieses Jahr zu verleihen. Auf meiner Liste mit Filmen, die ich sehen muss, stand er auch. Harper Collins hat aus einem Sachbuch, das schwer zu lesen ist, einen Roman gemacht. Ein Cover, das auf den Film abzielt, ein Untertitel, der darauf verweist, dass dies da Buch ist, auf dem der Film basiert.

Durch diese Praktiken hat es das Sachbuch, das mit Mut und Courage von der Autorin geschrieben wurde, leider nicht leicht. Es wird immer schlechter abschneiden, denn es wird immer mit bewegten Bildern verglichen werden. Mir erging es genauso und das wird dem Buch und der Arbeit, die sich die Autorin gemacht, nicht gerecht.

Margot Lee Shetterly sitzt in einem Auto, als ihr die Idee kommt, die Geschichte aufzuschreiben. Eine Geschichte von Frauen, die in der Raumfahrt arbeiten, Jahrzehnte unerkannt. Sie unterstellt niemandem, dass die Frauen, egal welche Hautfarbe, versteckt oder verleugnet werden. Aber sie weiß und hört von Zeitzeugen: wollte man eine Frau sprechen, die Berechnungen durchführte, traf man immer einen Mann.

Ihr Vater bringt sie zum ersten Kontakt, in einer Kirche, mit älteren Frauen, die erzählen. Sie erzählen tatsächlich von den getrennten Toiletten für Weiße und Schwarze. Sie erzählen und schwärmen für und über ihre Arbeit, denn sie war ein wichtiger Baustein für die NASA. Das Buch ist ein Sachbuch, denn sehr nüchtern werden viele Fakten aneinander gereiht. Zwar verdichtet sich der Fokus auf drei Frauen, die ihren schweren Weg gehen, aber es bleibt trotzdem eine schwere Materie. Rassendiskriminierung und Arbeit für Menschen, die die Arbeit nicht zu schätzen wissen.

Im Film liegt der Fokus auf den Gefühlen, die die Frauen empfinden. Man spürt die Widrigkeiten, den Kummer und den Zorn, der sie dazu bringt immer weiterzumachen und nicht aufzugeben. Im Buch sind die Charaktere nüchterner gehalten. Es werden eher Daten als Gefühle genannt. Es ist gut recherchiert und mit Liebe aufbereitet, aber es fehlt der Bezug zu den Figuren, den man im Film besser spürt.

Um noch mehr Fakten in das Buch zu packen, gibt es sogar Fußnoten, die mich aus dem Lesefluss herausgebracht haben und manchmal zu noch mehr Verwirrung führten. Etwas weniger Wissen, hätte es mir möglich gemacht, mich mehr auf das Buch einzulassen. Schade.

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