Götterfunke – Liebe mich nicht (Bd.1)



| Götterfunke. Liebe mich nicht Bd.1 | Mark Woolf | Dressler, 2017 | 978-3791500294 | 18,99 € 

Das Cover führt Euch zum Buch!

„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?“ Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. „Liebe mich nicht.“
Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

Griechische Mythologie, ein schüchternes Mädchen, eine hübsche beste Freundin und ein gutaussehender Junge? Da haben wir das Setting von „Götterfunke. Liebe mich nicht“. Hört sich erst einmal nicht überraschend und nicht spannend an.

Am Anfang brauche ich etwas, um in die Handlung hineinzukommen. Jess und ihre Freundin, nehmen ihren besten Freund und den festen Freund mit in ein Sommercamp. Bevor sie dort ankommen, gibt es eine eigenartige Begebenheit, die Jess nicht vergessen kann. Dann sieht sie den Jungen, der sie mit seinen schönen Augen angestarrt hat. Das Wirrwarr ist perfekt. Allerdings sind es die Figuren, die mich verwirren. Jess soll recht schüchtern sein, ihre Vergangenheit ist nicht ganz so schön, aber mir drückt sie zu sehr auf die Tränendrüse. Wer später ihre Vergangenheit kennt, könnte auch denken: Na und? Es geht noch viel schlimmer im Leben und immerhin ist sie in einem bezahlten Sommercamp.

Die beste Freundin von Jess ist auch wenig sympathisch. Schnell vergisst sie, wer Freund oder Feind ist, hauptsache sie kommt im Leben weiter. Ich frage mich dauernd, wie die beiden Mädchen zueinander gefunden haben, denn es ist recht schnell klar, dass Robyn sich nur selbst aufwerten will, wenn sie sich um Jess kümmert. Die Jungs im Buch, jedenfalls die, die Jess schon länger kennt, sind nett. Ihr bester Freund kümmert sich, bricht kaum Mädchenherzen und auch Robyns Freund ist von der Schwiegermutterlieblingssorte.

Die Mythologie kommt ins Spiel, wenn wir Cayden und seine Familie kennenlernen. Ein Wettstreit macht es Cayden möglich zwischen den Menschen zu wandeln und da es chaotisch sein muss, bringt er seine ganze Familie mit. Nach und nach lernt der Leser Hera, Apoll, Athene und einige böse Widersacher der Götter bzw. Titanen kennen. Marah Woolf hat mit viel Liebe an den passenden Charaktereigenschaften gebastelt, sodass jeder Gott bzw. Titan recht normal wirkt, aber seine göttliche Seite trotzdem nicht vergessen wird. Ich bin ein Fan von Apoll, der einfach witzig war und zudem nett, aber kein Arschkriecher.

Im Großen und Ganzen hat man die Geschichte schon einmal gelesen. Aber das Rad wird auch nicht neu erfunden und wir freuen uns, wenn ein Auto uns überall hinbringt. So ist es nicht verwunderlich, das man über „Götterfunke“ sagen kann, dass es eine Liebesgeschichte mit Bad Boy ist. Er geheimnisvoll, sie normal. Er mit großer „Familie“, sie einsam. Die Probleme, die auftauchen sind mal klein und mal riesig, wobei letzteres recht schnell geklärt ist und mich dadurch ziemlich verwirrt hat.

Wie ihr merkt, war ich mit dem Buch zufrieden. Den Sternabzug gibt es nur, weil ich die Kapitel, in denen Hermes (der Götterbote) etwas erzählt, überflüssig fand. Ich weiß, dass es die Stimmung auflockern sollte und auf Dinge aufmerksam machen sollte, die man vielleicht am Anfang als Leser noch nicht erkennt. Mich störte es und Hermes wirkte sehr aufgesetzt und nicht lustig.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann sagen, dass ich gespannt bin auf den zweiten Teil. Die kleinen Schwächen können ausgebügelt werden, ich hoffe nur, dass Cayden alles mit barer Münze zurück gezahlt bekommt.

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