Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche


| Young Elites 01 – Die Gemeinschaft der Dolche  | Marie Lu | Übers. Sandra Knuffinke | Loewe, 2017 |  978-3785583531 | 18,95 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe …

Beamen wir uns in ein mittelalterliches Italien. Junge Mädchen werden von Vätern verheiratet. Der Handel wird über Häfen und Schiffe geführt. Es gibt Reiche und Arme, es gibt Menschen, die gegen den König sind oder für ihn. Es gibt eine Inquisition, die hinter den Menschen her ist, die uns näher gebracht werden: die Malfetto.

Während wir also durch die Straßen streifen, vielleicht bei einer Enthauptung zusehen und vielleicht unser silbernes Haar verstecken, hören wir von einer Malfetto, die anders ist. Sind es nur Gerüchte, dass die Gemeinschaft der Dolche sie gerettet hat? Und warum gerade sie und nicht vielleicht unseren Bruder, den wir letzte Woche an die Inquisition verloren haben?  Wir warten ab, was passiert, ziehen den Mantel enger und warten ab.

Und wir warten ab – ungefähr 200 Seiten. Dann stellen wir fest, dass wir keinen Bezug zur Anti-Heldin Adelina haben und keine lebhafte Vorstellung der Stadt, des Landes oder ihrer Gefühlswelt. Was eine gute Idee war, ist durch viel Druck, dem Einsetzen von Effekten und zu wenig Erklärungen verloren gegangen.

Dabei beginnt alles so gut: Adelina überlebt das Blutfieber und wird von ihrem Vater tyrannisiert. Wir erleben in kurzen Rückblicken, dass sie ihm nie gerecht werden konnte, ihre Schwester den Vorzug erhält und ihr Liebe fehlt. Wir merken, dass es sich in Adelina aufstaut und sie Rachegedanken hegt und Wut im Bauch hat. Immer mal wieder passieren dennoch schöne Dinge, sei es ein Tag auf der Wiese, ihre Rettung oder dass sie die Gemeinschaft der Dolche kennenlernt. Trotzdem ist unsere Anti-Heldin bösartig. Anders kann ich sie leider nicht betiteln. Ihre Gefühle sind einfach nur Worte, die die Autorin nieder geschrieben hat, mehr leider nicht, denn einen Zugang schafft sie zu Adelina nicht.

Bliebe noch das Setting, welches mir gut gefallen hat. Jedenfalls im ersten Moment, danach wurde mir leider klar, dass die Autorin selten Erklärungen einbaut und nur sehr sparsam mit Informationen umgeht, die nicht direkt mit Adelinas Geschichte zu tun haben. Ich hätte mir mehr Einblick in die Hierarchie der Welt gewünscht oder einen richtigen Einblick in das Blutfieber. Hat es vielleicht jemand erforscht oder nehmen die Menschen es tatsächlich einfach so hin? Hat niemand versucht, etwas dagegen zu unternehmen? Wie entstand die Gemeinschaft der Dolche? Alles Fragen, die ich für mich noch nicht geklärt habe.

Als Auftakt ist dieser Band in Ordnung, weist aber drastische Mängel auf, die es gilt im Verlauf der Geschichte auszubügeln. Für etwas weniger Spannung und mehr Hintergrundwissen oder das Gefühl, dass Adelina auch eine gute Seite hat, hätte ich viel gegeben.

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