The sun is also a star

| The sun is also a star | Nicola Moon | Übers. Susanna Klein  | Dressler, 2017 | 978-3791500324 | 19,99 € | 

Schicksalsfäden einer großen Liebe! Wie viele Dinge müssen geschehen, welche Zufälle passieren, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch ihr Schicksal scheint bereits festzustehen, denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden.
Eine besondere Liebesgeschichte: Poetisch, berührend, ein Herzensbuch für junge Frauen!

„Du neben mir“ war das erste Jugendbuch von Nicola Yoon. Da dieses nun bald in den deutschen Kinos als Film zu sehen ist, gibt es auch einen neuen Roman. Auffällig ist, wie auch bei ihrem ersten Werk, dass die Autorin mit Sprache spielt und dabei jugendliche Poesie erschafft. Dieses Mal arbeitet sie zudem mit kurzen, knackigen Kapiteln, die verschiedene Sichtweisen aufzeigen und somit aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind.

Der Leser trifft nicht nur auf Daniel und Natasha, sondern auch auf die Menschen, die das Schicksal der beiden Jugendlichen beeinflussen. Hätte der S-Bahnfahrer keine Durchsage gemacht oder hätte die Mitarbeiterin der Behörde Natascha nicht aufgehalten – was wäre dann passiert?

Daniel und Natascha sind zwei Jugendliche, die über einen Immigrationshintergrund verfügen. Warum ich es erwähne? Die Autorin hat versucht, nicht nur den Schicksalsgedanken aufzugreifen, sondern auch Themen, die gerade sehr wichtig sind: Immigration, die Politik der USA, Rassismus und Anpassung sind nur die wichtigsten. Unterschwellig geht es außerdem immer um das Erwachsenwerden, die richtigen Entscheidungen und die Liebe. Letzteres macht es mir etwas schwer, die ganze Geschichte ernst zu nehmen. Ich nehme ernst, dass Natascha abgeschoben werden soll, obwohl sie länger in dem Land zuhause ist als andere. Ich nehme auch ernst, dass Daniel schwere Entscheidungen zu treffen hat und es sehr schwer sein kann aus dem Schatten der Familie herauszutreten.

Die ganze Handlung spielt sich an einem Tag ab. Nur einen Tag hat Daniel Zeit Natascha davon zu überzeugen, dass er sie liebt. Und genau da sage ich: Stopp!

Jeder Teenager träumt von dem großen Knall, wenn der eine Junge oder das eine Mädchen  ihm in die Augen sieht. Jeder Erwachsene wird später sagen: „Die Liebe? Diesen Knall? Das gibt es alles nicht.“ An beiden Ansichten ist etwas dran. Nur leider macht es die schnelle Liebe von Daniel nicht möglich, dass man es realistisch findet. Der erwachsene Leser in mir sagt: Verliebtheit wäre okay gewesen – von Liebe zu reden ist eine Nummer zu groß für beide Jugendliche. Trotzdem will ich nicht meckern, denn wenn Daniel von Natasha Haaren philosophiert oder den Glitzer in ihren Augen, finde auch ich es süß. Ich lese auch weiter, weil die beiden mich faszinieren und das Gespinst aus Schicksalsfäden wirklich gut gewebt ist. Die Perspektivwechsel zu den anderen beteiligten Personen, lockern das Buch auf und lassen die Zeit schneller voranschreiten. Natürlich habe ich mitgefiebert, ob Natascha tatsächlich gehen muss oder nicht.

Am Ende ist es tatsächlich die letzte Szene, die sehr aufgesetzt wirkt und mich zum Nachdenken bringt. Hätte ich diese Szene noch gebraucht? Wäre es nicht ein schönes Ende gewesen, auch wenn es vielleicht anders oder schwerer gewesen wäre?

„The sun is also a star“ hat mich durch die Erzählweise und die Verliebtheit, die in jeder Seite zu spüren ist, mitgenommen. Allerdings bleiben kleine Schönheitsmängel, die es zu einem nicht ganz perfekten Leseerlebnis machen.

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