Pusteblumentage

| Pusteblumentage | Rebecca Westcott | Übers. Barbara Lehnerer | dtv, 2017 | 978-3423761659 | 13,95 € | 

Das Cover führt Euch zum Buch!

„Ich schaue mir alle Fotos an, die ich von Mum gemacht habe. Was diese Fotos gemeinsam haben, ist, dass sie zeigen, wie Mum lebt – so als ob jeder einzelne Tag von größter Bedeutung für sie wäre.“
Livs Mutter beginnt plötzlich, ihr die wichtigen Dinge des Lebens näherzubringen. Deshalb muss Liv jetzt – ob sie will oder nicht –
• den ersten BH kaufen (obwohl sie noch keinen braucht)
• lernen, wie man Spaghetti Bolognese kocht (obwohl ihre Mutter nicht kochen kann)
• ein Schminktutorial mit ihrer Mum absolvieren (obwohl sie sich erst mit 16 richtig schminken darf) .
Doch als ihre Mutter Liv sogar erlaubt, sich endlich Ohrringe stechen zu lassen, weiß sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Bisher war ihre Mutter strikt dagegen. Außerdem ist sie nun immer öfter erschöpft und schläft viel. Liv spürt, dass sie ihr etwas verheimlicht, etwas, was ihr Leben für immer verändern wird …

Es ist bereits zwei Wochen her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Auf Facebook haderte ich mich mit mir, ob ich dazu eine Rezension schreiben sollte oder lieber etwas anderes machen. Es ist ein schwerer Gang für mich und ich glaube kaum, dass ich die passenden Worte für dieses Buch finden werde.

Es hat mich tief berührt – ja, ich würde sogar sagen: mich wirklich erschüttert. Dabei ist Liv eine niedliche und herzensgute Protagonistin. In ihrem Leben ist alles ziemlich okay  – bis auf ihren Bruder. Der hat nämlich Asperger, versteckt sich gerne hinter seine Playstation und geht nur raus, wenn Liv ihn überreden kann. Aber dann gibt es meistens Situationen für die Liv ihn hasst und dann ist sie sauer auf sich selbst, weil sie solche Gefühle für ihren Bruder hegt. Naja und ihre Mutter ist gerade etwas komisch, will mit ihr shoppen, kochen und guckt sie immer komisch an.

Der Leser begleitet Liv bei dieser Veränderung in ihrer Familie. Ich merke, wie genervt Liv ist und was für süße Dinge ihre Mum für sie tut. Der Leser hat dabei einen ganz anderen Blick auf die Momente, denn Liv ist schon fast ein bisschen in der Pubertät und finde alles ein bisschen „peinlich“. Aber sie merkt auch, dass es wichtige Momente für ihre Mutter sind und spielt mit – bis es ihr sogar selbst Spaß macht.

Rebecca Westcott findet wirklich immer die richtigen Worte. Auch die Balance zwischen frechem, kleinen Mädchen und verantwortungsbewusster Schwester gelingt ihr sehr gut. Nie wirkt Liv aufgesetzt, zu alt oder zu kindisch. Der Blick auf die Familie ist unverstellt, herzlich und sehr angenehm zu lesen. Mit der Zeit merkt der Leser – schneller als ihm lieb ist – dass da etwas nicht stimmt. Ich habe mir gewünscht, dass ich falsch liege, wollte für Liv da sein und nicht weiterlesen. Trotzdem fesselte mich das Buch so sehr, dass ich bis in die Nacht hinein las. So etwas gibt es mittlerweile selten und schon dafür müsste ich Rebecca Westcott danken.

Am Ende habe ich Rotz und Wasser geweint. Ich weiß gar nicht, wie viele Taschentücher ich brauchte und wann ich mit Kopfschmerzen eingeschlafen bin. Es war traurig, es war hoffnungsvoll und es war in einigen Situationen so liebenswert, dass ich gar nicht wusste, warum ich weine. War es so traurig? Oder war es einfach Herz erwärmend?

„Pusteblumentage“ hat es geschafft mich mitzureißen, mich abzuholen und mir etwas zu schenken: Das Gefühl ein wirklich tolles Buch gelesen zu haben, für das ich Tränen vergießen würde.

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