Zeitreise mit Hamster

| Zeitreise mit Hamster | Ross Welford | Übers. Petra Knese |  Coppenrath, 2017 | 978-3649622376 | 14,95 € |Zum SpiegelburgShop: Klick.


Das Cover führt Euch zum Buch! 

„Hätte mich früher einer gefragt, ich hätte gesagt, dass eine Zeitmaschine vermutlich wie ein U-Boot aussieht. Oder vielleicht wie eine Rakete. Stattdessen schaue ich jetzt auf einen Laptop und eine Zinkwanne aus dem Gartencenter.
Das ist Dads Zeitmaschine. Und sie wird die Welt verändern. ja, auf jeden Fall meine.“

Al Chaudhury hat eine unglaubliche Chance. Er kann das Leben seines verstorbenen Vaters retten. Das Einzige, was er dafür tun muss: in das Jahr 1984 zurückreisen, um einen schicksalsvollen Gokart-Unfall zu verhindern …

Muss wirklich ich es sein? Die Erste, die das Buch nicht gerade gut findet? Ich komme mir gerade wirklich blöd vor, weil ich das Buch nicht gut besprechen werden, wenn es für mich kein Lesehighlight war. Einige Dinge haben mich wirklich gestört und ich will nicht abstreiten, dass es wahrscheinlich mit meinem hohen Alter zu tun hat. Jetzt schreit bitte niemand auf und versucht mir zu erklären, dass ich ein Kinderbuch bzw. Jugendbuch nicht lesen sollte wie eine Erwachsene. Ich habe es mit vielen Blickwinkeln versucht, habe mich dem Protagonisten von oben/unten/rechts und links genähert, aber bin zu keinem positiven Ergebnis gekommen.

Fangen wir mit etwas an, was ich wirklich mag: die ausgefallene Gestaltung des Buches. Der Buchschnitt ist knallig Gelb, das Buch selbst blau und mit vielen, kleinen Details versehen. Der kleine Schuppen wird von einer Gestalt betreten, die ich sofort mit Al assoziiert habe. Es macht einfach Spaß das Buch zu betrachten.

Am Anfang greift der Autor in die Trickkiste. Erst folgt eine „Art Einleitung“, in der Al sich selbst vorstellt. Der glorreiche Satz: „Mein Dad ist zweimal gestorben.“(S. 5) wirkt elektrisierend. Es poppen sofort verschiedene Schilder in meinem Kopf auf: Warum zweimal? Wie ist er gestorben? Der arme Junge!, besser kann ein Buch nicht beginnen und den Leser abholen.

Doch während des Lesens der Einleitung und des ersten Kapitels wird klar, dass Al kein ganz normaler Junge ist. Er macht sich über alles Gedanken, was wichtig für sein Vorhaben ist. Am Anfang möchte er nur die Zeitmaschine seines Dads finden, die leider noch in einem alten Zuhause steht. Dort wohnen neue Mieter. Was macht er also? Schnappt sich eine Taschenlampe, zur Tarnung klaut er einen Roller und sitzt kurze Zeit später im Gebüsch. So weit so gut.

Leider ist Al mir nicht sympathisch. Alles wird beachtet. Wann sehen andere Leute seinen Lichtstrahl der Taschenlampe? Ist es sinniger den Helm abzumachen oder aufzulassen? Einige Dinge sind bis ins kleinste Detail geplant und da frage ich mich: Muss das sein? Zum einen hatte ich ein Problem damit, dass Al wirklich auf alles achtet und zum anderen waren manche Vorbereitungen für mich zu langwierig. Immer, wenn ich dachte, dass etwas passieren würde, wurde es erst geplant und noch einmal durchdacht. Es entsteht der Eindruck, dass Al schlicht hochbegabt oder sehr kauzig ist. Beides finde ich in Maßen nett und für eine Geschichte sehr brauchbar. Al aber hatte von beidem zu viel.

Seine Marotten schlugen sich auch auf die Erzählweise nieder. Fast ist es so, als ob  Al sich die Geschichte selbst erzählt und manche Dinge nur für den Leser erwähnt. Kurze Fragesätze gefolgt von kurzen Antworten oder die kursiv, eingeschobene Sätze, vermitteln mir diesen Eindruck. Es entstehen Längen, die dem Buch nicht gut tun.

Witzig ist, dass das Bild einer Badewanne als Zeitmaschine sofort Assoziationen möglich gemacht hat. George Clooney sitzt in einem Film in einer Badewanne und benutzt sie als Fluchtmobil – auch sehr skurril. Außerdem glaube ich, dass eine Badewanne als Zeitmaschine keine neue Idee ist. In meinem Kopf spukt immer noch ein Gedanke herum, sodass ich meine, es gäbe bereits einen Roman/Film in dem eine Badewanne diese Rolle übernimmt. Tatsächlich habe ich den Film gefunden: „Doktor Proktors Zeitbadewanne“. Ich gebe nur den Hinweis und will damit nicht sagen, dass der Film vor dem Buch da war.

Bis die Geschichte rund um Al an Fahrt auf nimmt, vergehen recht viele Seiten. Ich glaube nicht, dass die Zielgruppe lange genug gefesselt ist, denn Al erledigt wahnsinnig viel und akribisch. Allerdings müssen einige Personen vorgestellt werden, jedoch nicht so ausführlich, wie es tatsächlich geschieht. Wenn die Zeitreisen beginnen, ändert sich die gesamte Ausrichtung der Geschichte. Sie wird spannender und etwas knackiger, leider ist es ein langer Weg dorthin.

Letzteres ist der Grund, warum ich nur drei Sterne vergeben möchte. Mir fehlt am Anfang das knackige, Unvorhersehbare an dem ich mich festhalten kann. Ich denke, dass Kinder und auch Erwachsene solche Anknüpfungspunkte brauchen, damit sie einem Protagonisten weiter folgen wollen.

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