Not dead yet

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Da kommt noch was

Not dead yet

Phil Collins

Heyne, 2016

24,99 €

978-3453201217

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Nur drei Musiker weltweit haben als Solokünstler und mit ihrer Band jeweils über 100 Millionen Tonträger verkauft – Phil Collins ist einer von ihnen. »Another Day in Paradise«, »You Can’t Hurry Love«, »One More Night«, »Sussudio« – große Songs mit großen Geschichten. Mit »In the Air Tonight« etwa hat der Ausnahmemusiker das Ende einer seiner drei Ehen in einen zeitlosen Hit verwandelt. Überhaupt – dieses Leben! Phil Collins erzählt rückhaltlos alles: von einem Filmdreh mit den Beatles, von Sessions mit Eric Clapton, Tina Turner und Adele, von der großen Zeit mit Genesis und davon, wie er auf einer Tournee heiratet, um sich später via Fax wieder scheiden zu lassen – und Jahre darauf gänzlich im Alkohol zu ertrinken. Phänomenale Höhen wie bizarre Tiefen: In diesem Buch ruft jede Zeile: »Take a Look at Me Now!«

Ich erinnere mich noch an 2007. Mit einer Freundin zusammen verteilte ich Flyer vor einem Konzert. Das Konzert fand im Stadion in Hannover statt. Ich sollte wenig später ganz vorne stehen, im Regen aber ich sag „Genesis“. Live, in Farbe und wusste gar nicht, dass eine Ära zu Ende ging. Noch heute kann ich sagen, dass Phil Collins auf der Bühne einfach genial ist. Sein gebrochenes, süßes Deutsch, seine Stimme, und die Lieder von Genesis.

Jetzt begegnete er mir wieder – in Form seiner Biografie. Tatsächlich muss er viel zu erzählen haben, denn er war mehr als einmal verheiratet, kann schlecht hören und ist ein Musiker, der keine Noten kann. Letzteres wusste ich schon lange, gerade deswegen ist er für mich als musikalischer Mensch, ein Held. Biografien können schnell einen schalen Nachgeschmack bekommen, wenn derjenige seine Geschichte aus einer schlechten Perspektive erzählt oder sehr von sich eingenommen ist. Es ist eine Art Drahtseilakt. Was ist wahr? Was stand in den Medien? Wie ordne ich es als Leserin ein?

Collins versucht stringent sein Leben nachzuerzählen. Leider verwechselt er dabei oft die Zeitform, landet ungewollt im Präteritum oder Präsens, obwohl wir die 70er und 60er erleben. Scheinbar ist es sein Charme, der es mir doch möglich macht, seinem Leben zu folgen. Mich stört die Art des Erzählers nicht, denn sie drückt besser seine Gefühle aus. Der Leser merkt, wenn er sich unsicher ist, wenn eine Situation ihn wirklich traurig gemacht hat und wenn er entdeckt, dass er vieles hätte anders machen können.

Beginnend in seiner Jugend, die vom Schlagzeug spielen geprägt ist, erfahren wir mehr über seine ersten Auftritte in Coverband, verrauchten Clubs und Vororten von London. Collins ist gewillt Musiker mit Leib und Seele zu sein – auch ohne Notenkenntnisse und singen? Jahre späte wird er Frontmann von Genesis und singt, unvorstellbar für ihn und das merkt man heute noch in seiner Biographie.

Er drückt nicht auf die Tränendrüse, erzählt einfach offen und ehrlich. Auch vom verregneten Konzert in Hannover und ich lächelte. Viele Bilder säumen sein Leben und viele bekannte Namen spielen eine große Rolle. Bob Geldof, Abba oder die Beatles. Fotos von seiner Familie, seinen Kindern und seinen Ehefrauen runden das Buch ab.

Ich habe die Biografie gelesen, weil mich der Mensch hinter Genesis, Tarzan und seinen Konzerten interessiert hat. Ich habe einen guten Einblick bekommen, mich beim Lesen wohl gefühlt und bin seinem Charme verfallen.

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Ein Kommentar

  1. Hach ja…für mich ist Phil Collins ein Teil meiner Jugend… für mich entdeckt in den 80ern, große Gefühle gefühlt mit ihm in den 90ern…bis heute ist er Teil meines Musiklebens 🙂 Und mittlerweile bin auch ich so weit, mich eher auf solche Biografien einlassen zu können! Danke fürs drüber erzählen!

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