Die Schachspielerin

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Die Schachspielerin

Bertina Henrichs

Atlantik, 2016

12,00 €

978-3455651027

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Im Leben von Eleni ist eigentlich alles in bester Ordnung: Sie führt eine glückliche Ehe mit Panos, dem Besitzer der Autowerkstatt, hat zwei wohl geratene Kinder und liebt ihren Beruf als Zimmermädchen im Hotel Dionysos auf Naxos. Doch dann stößt Eleni eines Morgens bei ihrer Arbeit aus Versehen die Figur einer unbeendeten Schachpartie um. Wohin gehört die kleine Holzfigur? Eleni versteht nichts vom Schach und stellt den Springer verlegen neben das Brett.
In den Tagen darauf wird sie den Gedanken an das geheimnisvolle Spiel nicht mehr los, hinter dem sich für sie eine neue, ungeheuer aufregende Welt verbirgt. Aber gehört es sich für ein einfaches Zimmermädchen, das vielleicht älteste und komplizierteste Spiel der Welt zu lernen? Darf sich eine gewöhnliche Frau auf Naxos einen ungewöhnlichen Traum erfüllen?

Heute stelle ich Euch ein Buch vor, das es bereits länger zu kaufen gibt. Es ist keine richtige Neuerscheinung, aber es ist für mich ein Herzensbuch. Ein Buch, das mich lange begleitet hat und das ich die letzten Tage ein weiteres Mal gelesen habe. Sofort hatte mich die Geschichte wieder gefangen genommen. Aber später mehr davon. 

Zuerst will ich Euch erzählen, wie ich zu meiner ersten, der blauen Ausgabe, von „Die Schachspielerin“ gekommen bin. Ich war noch mitten in meiner FAMI Ausbildung, als ich mal wieder in meinen Stammbuchladen in Langenhagen „nur mal gucken“ ging. In fast jedem Ort, in dem ich gelebt oder gearbeitet habe, habe ich eine Stammbuchhandlung, die ich heute noch weiterempfehlen würde. Angesprochen hat mich das blaue Cover, die Tür in eine andere Welt, eine Geschichte, die ich noch nicht kannte. Hätte ich damals den Klappentext gelesen, hätte ich es wohl nicht gekauft. Es ist eine Geschichte für das gesetzte Alter, hätte ich damals gedacht. Immerhin hat Eleni bereits zwei Kinder, arbeitet jahrelang im Hotel und ist lange mit ihrem Mann verheiratet. Etwas, was ich mir damals nicht vorstellen konnte. 

Es kam aber mit, gut investierte 8,99 €, denn das Buch wurde zu meinem Liebling. In einem Rutsch durchgelesen, inhaliert und stetig weiterempfohlen. Dann zog ich ans Meer und wieder zurück. Das Buch immer dabei, immer in einem Bücherkarton und immer wieder an einem neuen Platz im Regal. Aber manchmal vergisst man Lieblingsbücher einfach. Sie schlummern vor sich hin, bis jemand fragt: „Kannst du mir etwas empfehlen?“ Zwischendurch las ich andere Bücher von Bertina Henrichs und dabei blitzte immer wieder der Gedanke an das blauen Buch auf. 

Dann bekam ich eine E-Mail, Werbung für eine kleine, feine Auflage von Romanen im Atlantik Verlag. Und da fand ich es wieder: „Die Schachspielerin“. Im Hosentaschenformat, mit einem schönen neuen Cover und in Leinen gebunden. Ich war schwer verliebt. Als es kam, schaute ich es an und dann war nicht der richtige Zeitpunkt, um es noch einmal zu lesen.

Vor drei Tagen war es so weit: ich steckte es in meine Hosentasche, las im Zug, las im Gehen und las auf der Rolltreppe. Immer, überall. 

Ich tauchte ein in Elenis Leben – noch einmal. Es war genau so magisch, wie beim ersten Mal. Der Mut, etwas zu verändern, der Mut etwas Schwieriges zu lernen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken – das ist die Botschaft. 

Die neue, kleine Ausgabe beinhaltet nur den Text, so wie ich ihn kenne. Es erzählt Elenis Geschichte und hat nur die blaue Tür eingebüßt. Dafür gibt es nun kleine Schachfiguren, die noch wild durcheinander liegen. Mir gefällt die Ausgabe sehr gut und ich werde sie schon bald noch einmal kaufen und weiter verschenken. Wer einen guten Roman sucht, der eine Botschaft vermittelt, das Herz berührt und wirklich klein ist, der ist hier genau richtig. 

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