Die Geschichte der griechischen Philosophie

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Die Geschichte der griechischen Philosophie

Luciano De Crescenzo

Diogenes, 2016

978-3257300413

18,00 €

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Luciano De Crescenzo erzählt mit mediterraner Fabulierlust von den griechischen Philosophen und schmuggelt unter so bekannte Namen wie Sokrates, Platon und Epikur auch die seiner Nachbarn und Bekannten aus Neapel. So fügt sich das Heute mit dem Damals zusammen, der moderne Alltag mit der antiken Schule des Denkens.

Wer hatte Philosophie in der Schule? Wer hat es vielleicht sogar studiert? Ich selbst habe mich für Literaturwissenschaften entschieden und bin im Studium trotzdem immer wieder über Platon, den Stoizismus und den Epikureismus gestolpert. Es war interessant zu erfahren, wie die Philosophen von damals dachten, was uns davon beeinflusst hat und für was manche Menschen starben – nur weil sie es dachten und aussprachen.

Trotzdem ist die Philosophie ein trockenes Fach. Viel Wissen, das in verschnörkelte Sätze gepackt wurde, die manchmal wie Orakelsprüche klingen. Luciano De Crescenzo gibt tatsächlich zu, dass er auch nicht alles versteht. Aber er wollte versuchen, die bekanntesten Philosophen einfach zu erklären. Denn wer will schon ein Fachbuch lesen, dass nur Philosophieprofessoren verstehen oder diejenigen, die es geschrieben habe?

Um das Ganze aufzulockern, blickt De Crescenzo auch in die Gegenwart. Menschen, die in Neapel leben, können auch Philosophen sein. Sie machen sich Gedanken über das Leben, den Tod und das Sein. Über andere Themen haben sich Epikur und Pythagoras auch keine Gedanken gemacht. Also sind wir ihnen ein bisschen ähnlich, den Philosophen der Antike und vor allem den Griechen. Erst lernen wir die großen Köpfe kennen und der Autor schafft es, ihre Gedanken herunterzubrechen. Manchmal benutzt der Vergleiche und Abschnitte aus ihren Werken, um sie für den Leser verständlich zu machen. Meist erfährt der Leser noch etwas über die damaligen Städte, große Zentren des Wissens und der Macht. Auch die Geburtsdaten, soweit vorhanden, werden erwähnt. Dies aber nur am Rande des Sachbuches, denn wirklich wichtig ist das Wissen, die Gedanken.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn durch den Wechsel: Philosoph und lebender Mensch, ergab sich ein schöner Ausgleich. Das Wissen wurde nicht zu trocken dargeboten und oft musste ich schmunzeln, wenn ich jemanden aus Neapel kennengelernt habe. Das Buch öffnet die Augen für ein Wissen, das man erst einmal für unverständlich hält. Außerdem macht es klar, dass alle Gedanken erklärt werden können: verständlich und einfach.

Wer sich einen Einblick in die griechische Philosophie verschaffen möchte, ist mit diesem Taschenbuch ausreichend versorgt und wird zudem Spaß beim Lesen haben.

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