Das Frostmädchen

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Stefanie Lasthaus

Heyne, 2016

12,99 €

978-3453317291

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Als ihr Freund Gideon bei einem Streit handgreiflich wird, flieht die zwanzigjährige Neve hinaus in die klirrend kalte Nacht des kanadischen Winters und verirrt sich. Glücklicherweise wird sie rechtzeitig von dem jungen Künstler Lauri gefunden, der sie in seiner abgelegenen Blockhütte gesund pflegt. Bei Lauri fühlt sich Neve vom ersten Augenblick an geborgen, und zwischen den beiden entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte. Doch in der Nacht im Wald ist etwas mit Neve geschehen – etwas, das die uralte Wintermagie in ihr entfesselt hat …

Ein Wintermärchen – das sollte dieses Buch für mich werden. Ein verschneites Cover, jemand mit schneeweißen Haaren und dann noch eine Liebes-Fantasy-Geschichte. Um etwas Positives vorwegzunehmen:

Die Covergestaltung ist super. Das Mädchen ist ein Eyecatcher, passend zum Thema schneit es und die Schriftart ist gut gewählt. Als Paperback wirkt das Buch edel und hat mich fasziniert. Die zweite positive Sache ist die Grundidee. Jemand, der fast im Schnee stirbt, etwas Ungeahntes das erwacht und eine Liebesgeschichte. Dieser Plot wird jeden Fantasyleser und jede Fantasyleserin ansprechen, zudem Leser, die ein bisschen Liebe mögen 😉

Jetzt aber leider zu der Umsetzung des Buches. Am Anfang ist alles gut. Die Schneelandschaft wickelt mich ein, die Flocken fallen auf mich herab. Ich spüre beim Lesen die Kälte. Die arme Protagonistin Neve hat nicht nur einen tollen Vornamen, nein sie lässt mich auch ihre Gefühle spüren: Angst, Enttäuschung, ein bisschen Wut und Einsamkeit. Im Wechsel mit Lauri, der sie später finden wird, erfahren wir mehr über das Leben der beiden. Lauri ist ein ruhiger Künstler, der sich in eine Hütte zurück gezogen hat. Neve hingegen hat versucht mit einen Urlaub ihre Beziehung zu kitten. Gideon aber vergreift sich an ihr und so liegt sie wenig später im Schnee – bereit zu sterben.

Die beiden werden aufeinander treffen. Es ist ziemlich offensichtlich, dass sie sich verlieben sollen bzw. wollen. Das ist nicht mein Problem. Leider geht dieser Prozess ziemlich schnell vonstatten. Während Neve noch nicht einmal richtig aufgetaut ist, findet Lauri sie bereits wunderschön, unantastbar und verliebt sich in wenigen Augenblicken. Der erste Kuss passiert bereit auf Seite 50. Und das nachdem ich erst einmal die Landschaft, Lauri und Neve kurz kennengelernt habe.

Ein weiterer Fehler ist für mich, dass die Autorin, wenn sie von Neve erzählt, im Verlauf ganz plötzlich von ihrer Vergangenheit mit Gideon spricht. Ich habe immer die Augenblicke überlesen bzw. gar nicht wahrgenommen, in denen es ein Signal für den Wechsel gegeben hätte. Zwar mag ich es von Gideon und ihr mehr zu erfahren, aber es verlief alles ineinander ohne wirklich einen Sinn zu ergeben.

Wie ihr merkt, habe ich etwas gegen Figuren, die sich zu schnell verändern und das ohne Grund. Zwar bleibt Neve traurig, aber sie wird im schnellen Verlauf der Geschichte sehr berechnend und richtig eisig. Ihre Gemütslage und ihr Charakter werden an das „Frostmädchen“ angepasst, ohne dass sie sich wenigstens versucht zu wehren oder einmal nachdenkt.

Lauri bleibt nach seiner Anfangsphase, in der seine Arbeit erklärt wird und er einen sehr sanften Charakter zugeschrieben bekommt, sehr blass. Seine Liebe zu Neve überstrahlt alles. Er verliert seine gesamte Persönlichkeit und das nach nur 100 Seiten. Zudem ist dies kein Jugendbuch auch wenn es den Anschein macht, denn plötzlich tauchen Sexszenen auf, die recht explizit beschrieben sind. Vielleicht tauchen sie an den richtigen Stellen auf, aber für die Liebesgeschichte wirken sie plump und lieblos, vor allem weil Neve sie mit ihrem dunklen Charakter belegt und mißbraucht.

Die Geschichte ist schnell ausgelesen. Im Gedächtnis bleibt leider viel schlechtes. Jedoch haben mich die Beschreibung der Schneelandschaft gefangen genommen und ich will der Geschichte nicht einen gewissen winterlichen Charme absprechen. Leider reicht es aber nur für zwei Bücherpunkte.

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