Die Straße der Wunder

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John Irving

Diogenes, 2016

26,00 €

978-3257069662

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Juan Diego und seine für alle anderen unverständlich sprechende Schwester Lupe sind Müllkippenkinder in Mexiko. Ihre einzige Überlebenschance: der Glaube an die eigenen Wunderkräfte. Denn Juan Diego kann fliegen und Geschichten erfinden, Lupe sogar die Zukunft voraussagen, insbesondere die ihres Bruders. Um ihn zu retten, riskiert sie alles. Verführerisch bunt, magisch und spannend erzählt: zwei junge Migranten auf der Suche nach einer Heimat in der Fremde und in der Literatur.

Irgendwann einmal landet jeder Leser bei John Irving. Ob er nun „Garp…“ liest oder mit „Letzte Nacht in Twisted River“ beginnt, reinschnuppern ist erlaubt. Immerhin gehört Irving zu den bekanntesten Autoren des 20. und 21. Jahrhunderts. Zumindest behaupte ich es mal, denn er wurde mir oft empfohlen, ich las viele Rezensionen und sah ihn oft im Buchhandel stehen.

Leider ist „Straße der Wunder“ kein Buch mit dem der neugierige Leser beginnen sollte. Das Setting ist sehr aussergewöhnlich, denn wir befinden uns mit der Figur des Juan in Mexiko auf einer Müllkippe. Zusätzlich befinden wir uns in seinen Träumen und jetzt, im Alter, ist er Schriftsteller und nimmt Betablocker. Ein bisschen verwirrend?

Ich bin erst am Anfang einer langen Odyssee. Hat man sich erst einmal an Juan und seine Schwester Lupe gewöhnt, gibt es viele weitere Charaktere, die der Leser kennen lernen muss. Alle haben nette Zusätze wie: „Der Mann aus Iowa“, „Der Religiöse“ oder ähnliches. Normale Namen bekommen nur die Kinder, die erwachsen werden im Laufe des Buches.

Bevor ich einen Abschnitt lese, muss ich mir immer wieder klar machen, wo ich bin. Ist es ein Traum? Ist Juan ein Kind? Oder der Schriftsteller, der nichts mehr von seinem Leben erwartet? Danach kann das Lesen beginnen, aber Irving machte es mir unendlich schwer. Immer wieder werden die Namenszusätze der Personen wiederholt, Juans Gedanken kreisen immer wieder um die Themen, die wir bereits am Anfang, in der Mitte und am Ende kannten. Er macht sich auf den Weg zu einem ehemaligen Schüler, bzw. muss er etwas für diesen erledigen. Eigentlich hat er dazu keine Lust, weiß nicht, warum er es macht und denkt lange darüber nach. Sollte die „Straße der Wunder“ tatsächlich eine Art Odyssee sein? Soll Juan auf seinem Weg im Alter noch einmal wachsen? Sein Leben verändern?

Es ist schwer vorstellbar, aber es passiert nicht viel in diesem Buch. Träume, schräge und normale Gedanken wechseln sich ab. Die Kulissen wechseln, die Menschen bleiben gleich. Eine interessante Zeit verleben Juan und Lupe im Zirkus. Es kann jedoch sein, dass andere Leser diese Zeit nicht spannend finden, denn in „Zirkuskind“ waren sie vielleicht ein erstes Mal in Irvings Zirkuswelt.

Zum Ende hin habe ich leider quer gelesen, zu sehr aufgebauscht waren Juans Gedanken und die vermeintliche „Der Weg ist das Ziel“ Metapher von Irving. Vielleicht werde ich es noch einmal versuchen mit „Garp…“ oder einem anderen seiner Werke.

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