Der schwarze Juni

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Der schwarze Juni:

Brexit, Flüchtlingswelle, Euro-Desaster: Wie die Neugründung Europas gelingt

Hans-Werner Sinn

978-3451377457

24,99 €

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Seit einigen Jahren bereits taumelt Europa von einer Krise in die nächste. Allen Beschwichtigungen zum Trotz verlieren Deutschland und die europäischen Staaten des Nordens durch den Euro unaufhörlich Milliardenvermögen zugunsten überschuldeter Volkswirtschaften in Südeuropa.
2015 erlebte der Kontinent dann einen kaum mehr beherrschbaren Flüchtlingsstrom. Und schließlich kam auch noch der Schwarze Juni 2016 – mit Brexit-Votum und wichtigem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Für Hans-Werner Sinn stellt dieser Monat mit seinen verheerenden Entscheidungen eine Zeitenwende dar, die sofortiges Handeln erfordert. In seinem kommenden, neuen Buch Der Schwarze Juni legt er daher nach einer profunden Analyse ein kompaktes 15-Punkte-Programm zur Neugründung Europas vor. Darin macht er auch vor einschneidenden Vorschlägen nicht halt, etwa der Drohung einer Änderungskündigung der EU-Verträge, um das europäische Zentralbankensystem zu reformieren und die Migrationsströme unter Kontrolle zu bringen. Nur so, davon ist Sinn überzeugt, kann eine weitere Verschärfung der europäischen Krise vermieden werden.

Wir machen den Fernseher an und hören scheinbar nur schlechte Nachrichten. Österreich wählt, die Briten sind raus, der Euro schwach und auch Frankreich ruft nach einem EU-Austritt. Kann die EU sich noch retten? Oder geht eine Ära zu Ende und niemand kann sich richtig vorstellen, was danach kommt? Wir „jungen“ haben einiges mitbekommen. Wie war das noch mal am 11.September? Trump wird Präsident? LePenn gewinnt Anhänger? Oft ist uns der Zusammenhang nicht klar. Manchmal schieben wir es einfach weg. Was geht uns Griechenland an, solange wir da noch Urlaub machen können?

Viele Menschen sehe nicht den großen Zusammenhang. Das da „eins zum anderen“ kommt. Die EU ist etwas, was wir lange als normal empfunden haben, nicht mehr wegzudenken – und dann bröckelt es plötzlich. Muss man an Zusammenbruch denken? Muss man sich damit zufrieden geben, dass der Frieden wackeliger ist, als noch vor ein paar Jahren?

Hans-Werner Sinn versucht zu erklären, was im Juni alles passiert ist. Warum die Briten mit ihrem „Brexit“ etwas getan haben, was uns alle angeht. Und am Ende versucht er sogar neue Reformen und Ansätze zu schaffen. Vielleicht kann es doch gelingen, die EU zusammenzuhalten – mit neuen Ländern, alten Bekannten und anderen Regeln.

Es ist ein trockenes Thema – das gebe ich zu. Aber es reizte mich. Vielleicht auch, weil es oft heißt: „Die interessieren sich eh nicht.“ „Alles Wissen aus dem Netz.“, „Halbwahrheiten aus den sozialen Netzwerken.“ Der Griff zum Buch unweigerlich.

Leider macht Hans-Werner Sinn nicht alles richtig. Es ist sehr trocken, er weicht auch nichts auf. Ein langer Satz, folgt auf den nächsten. Ich musste ist Luftholen, noch mal lesen – und dann hatte ich immer noch nicht alles verstanden. Bin ich zu doof? Oder könnte man einige Sachverhalte einfacher erklären? Ein Sachbuch kann nicht immer Spaß machen, aber wenn ich mich mit eisernem Willen durch kämpfen muss, und doch nur ein Drittel verstehe – habe ich etwas gewonnen?

Gut gefallen haben mir die Reformen und Ansätze am Ende des Buches aufzeigt. Wie kann die EU funktionieren? Er ist „nur“ ein einfacher Wirtschaftswissenschaftler, schafft es aber Weg und Möglichkeiten aufzuzeigen.

Für den Laien allerdings ist es eine Lektüre, die Muse braucht. Willen, ein Thema wirklich zu erschließen und es danach nicht wieder alles zu vergessen.

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