Letztendlich geht es nur um dich

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Letztendlich geht es nur um dich

David Levithan

Übersetzerin: Martina Tichy

FischerJB, 2016

978-3841422408

16,99 €

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Kannst du jemanden wie A lieben, der jeden Tag in einem anderen Körper lebt? ›Letztendlich geht es nur um dich‹ ist die ungewöhnliche und bezaubernde Fortsetzung des SPIEGEL-Bestsellers ›Letztendlich sind wir dem Universum egal‹. David Levithan beschreibt auf eine fesselnde Art und Weise die Geschichte von Rhiannon, die das Geheimnis von A und ihre Liebe zu ihm entdeckt.

Rhiannon liebt ihren Freund Justin, auch wenn der sie in der Schule eiskalt abblitzen lässt. So ist er halt. Und wenn Rhiannon auf der Rückfahrt von der Schule den Radiosender wechseln will, kommt von Justin »mein Auto, meine Musik«. Lädt Rhiannon ihn zu einer Party ein, beschwert er sich, dass sie ihn immer »festnageln« will.
Eines Tages ist plötzlich alles anders: Justin lässt Rhiannon die Musik aussuchen, er singt aus voller Kehle mit und hört ihr aufmerksam zu. Rhiannon ist überglücklich. Doch dann kommt ein Fremder und behauptet, dass er für einen Tag in Justins Körper gewesen ist…

Das Cover kommt Euch bekannt vor? Und auch der Inhalt klingt vertraut?

Stimmt, denn dieses Buch ist der zweite Teil von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“. Erschienen war es 2014 ebenfalls bei Fischer. Trotzdem ist keine Vorsicht geboten, denn ich verrate nichts von Band 1. Zu David Levithan sei noch gesagt, dass er zu meinen Lieblingsautoren gehört. Empfehlen kann ich:

„Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht“ und „Will & Will“.

Die Ähnlichkeiten zum ersten Band sind gewollt. Es ist etwas vertrautes, das man in die Hand nimmt. Ich kenne „A“ und auch Rhiannon sehr gut. Es ist bereits zwei Jahre her, aber ihre Geschichte ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Ich litt mit „A“, freute mich mit dem Mädchen, das so viele Probleme hatte und verfluchte das offene – jedenfalls nicht schlüssige Ende. Es gibt bestimmt Leser und Leserinnen, die mit dem Ende zufrieden waren. Es war offen, es regte zum Nachdenken an und ließ offen, was sich der einzelne Leser für die beiden Protagonisten wünschte.

Gleichzeitig schürt der zweite Band eine gewisse Erwartungshaltung. Die bereits im Keim erstickt werden kann, wenn man den Klappentext richtig liest. Denn, was erwartet den Leser? Die Geschichte aus Band 1 nur auch einer anderen Erzählperpektive. Während zuerst „A“ die Möglichkeit hatte seine Erlebnisse, Gefühle und Wirrungen zu erzählen, ist es jetzt Rhiannon, die zu Wort kommen darf. Kann sehr spannend sein und diesen Wechsel hat es bereits oft in der Literatur gegeben. Leider nützt dieser Perspektivwechsel nichts. Es ist und bleibt eine Geschichte.

Natürlich verändern sich Gefühle. Rhiannon kann nicht sofort ähnlich fühlen. Sie ist verwirrt und es gibt Momente, da ist es toll, ihre Sicht der Dinge geschildert zu bekommen. Aber genau in diesem Augenblick wäre es sogar noch besser, die Möglichkeit zu haben, beide  Perspektiven nebeneinander zuhaben. Aber wer geht denn dann zum Regal und sucht mühselig die Seite in „Letztendlich sind wir dem Universum egal“? Ich habe es nicht gemacht.

Das Buch hat seinen Reiz nicht verloren, weil der Autor nicht schreiben kann. Es hat nur seinen Reiz verloren, weil es nichts Neues zu erzählen gibt. Zudem bleibt die erwartete Fortsetzung aus. Nichts, was im ersten Band seinen Anfang nimmt, wird weiter erzählt. Das ist sehr schade und lässt einen schalen Lesegeschmack zurück. David Levithan weiß, wie man erzählt, Gefühle erweckt und spannende Geschichte strickt. Schade, dass er sich nicht die Zeit genommen hat, um eine ganz neue Geschichte zu erzählen, sondern etwas aufwärmen musste, was ihm die Fans nicht verzeihen Können bzw. werden.

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