To all the boys i’ve loved before

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To all the boys I`ve loved before

Jenny Han

Hanser, 2016

978-3446250819

16,00 €

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Lara Jeans Liebesleben verlief bisher eher unauffällig. Nicht, dass es ihr an Herz oder Fantasie mangelte. Im Gegenteil, Liebeskummer hatte sie schon oft, und unsterblich verliebt war sie auch schon. Einmal sogar in den Freund ihrer großen Schwester. Klar, dass sie das keinem anvertrauen kann. Außer ihrer Hutschachtel. Denn um sich ihrer Gefühle klar zu werden, schreibt Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief, in dem sie so richtig ihr Herz ausschüttet, und legt ihn dort hinein. Diese fünf Briefe sind ein streng gehütetes Geheimnis. Bis zu dem Tag, an dem auf mysteriöse Weise jeder Brief seinen Empfänger erreicht und Lara Jeans rein imaginäres Liebesleben völlig außer Kontrolle gerät …

Jenny Han hat, was mich wirklich überraschte, schon einige Jugendbücher veröffentlicht. Was ist da an mir vorbeigegangen? Tatsächlich habe ich, nach dem Blick auf meine Wunschliste, erkannt, dass ich einige Bücher sogar dort gespeichert habe. Sie schrieb unter anderem die „Feuer und Flamme“ Reihe mit Siobhan Vivian und die „Sommer-Trilogie“, die auch bei Hanser erschienen ist.

Dieses Buch wurde mir für meine Rezensionstätigkeit bei der Ajum (Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW) zugesandt. Wir hatten es nicht leicht – das Buch und ich. Aber am Ende wurde alles ein bisschen besser. Fange ich doch mal am Anfang an:

Lara Jean ist kein typisches Mädchen. Sie war schon mehrmals verliebt, hat es den Jungs nie gesagt und sie alle wieder vergessen. Bis auf einen Jungen, den hat sie ihrer großen Schwester überlassen, denn sie sind ein Paar. Laras Leben ist nicht leicht, denn ihre große Schwester muss gleichzeitig ihre Mutter sein, ihr Vater ist Arzt und ihre kleine Schwester hat ein sehr ehrliches, freches Mundwerk. Als die große Schwester das Haus verlässt um zu studieren, gehen ihre Aufgaben und Probleme auf Lara Jean über. Sie ist völlig überfordert und dann verschwinden ihre Briefe… Auf den ersten Blick hat Jenny Han alles richtig gemacht. Lara lebt in einer normalen Familie, aber die Mutter fehlt. Es sind normale Probleme, die damit verbunden sind, die bildlich genau beschrieben werden und gut nachvollziehbar sind. Identifikation ist etwas, was mit Lara Jean möglich ist, da sie keinen außergewöhnlichen, abgehobenen Charakter hat. Neben den Familienproblemen ist es die Liebe, die die Autorin mit ins Boot geholt hat. Mehrere Liebesbriefe, die leider nicht alle abgedruckt werden, erleichtern den Zugang zur Protagonistin und ihren Gefühlen. Gerade weil einige Briefe fehlen, bin ich am Anfang nicht gerade begeistert von der Geschichte. Als Leserin habe ich damit gerechnet, dass ich alle Briefe zu lesen bekommen. Schade.

Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte, die authentisch wirkt und nicht kitschig ist. Es gibt keinen großen Knall, keine Überraschungen und überzogenen Ideen, um Mädchen zu beeindrucken. Es wird Popcorn gegessen, es wird Auto gefahren, doch das Buch kommt ohne Drama aus. Lara Jean verliert sich ein bisschen selbst und findet sich am Ende wieder. Es ist ein Roman über das Erwachsenenwerden. Manchmal braucht der Mensch einen Auslöser der ihm zeigt, was wirklich wichtig ist.

Die aufgegriffenen Themen: Liebe, Zusammenhalt, familiäre Probleme sind stimmig miteinander verbunden und lassen das Buch sehr ruhig wirken. Es ist ein unaufgeregtes Jugendbuch, das unter all den anderen dramatischen Büchern droht, unterzugehen. Am Anfang wirkte die Geschichte langsam und träge, aber Ende fragte auch ich mich: „Wie geht es mit der Liebe und Lara Jean weiter?“

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