Silfur – Die Nacht der silbernen Augen

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Silfur – Die Nacht der silbernen Augen

Nina Blazon

978-3570163665

cbt, 2016

16,99 €

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Sommerferien in Island, einem Land, in dem die Menschen sich am Lagerfeuer Geschichten über Elfenwesen und Wiedergänger erzählen. Doch handelt es sich dabei wirklich nur um Geschichten? Die Brüder Fabio und Tom sind sich da zunehmend unsicher. Gemeinsam mit Elín, dem wilden isländischen Mädchen, das ihnen nicht nur die Hauptstadt Reykjavík zeigt, sondern sie auch mit zu einem Reiterhof in der Nähe der berühmten Hraunfossar-Wasserfälle nimmt, stoßen sie auf eine geheimnisvolle Welt im Verborgenen …

Ich war mir bewusst, dass ich hier ein Kinderbuch lese. Meine Einstellung stimmte also: es sind Kinder – sie können sich nicht wie Erwachsene benehmen. Sie kennen noch nicht die richtigen Entscheidungen, die es manchmal im Leben zu treffen gilt. Warum ich das schreibe? Vor manchen Büchern muss ich mir bewusst werden, was ich lese. Denn das schlimmste, was passieren kann, ist: Oh, es sind Kinder, die benehmen sich auch so. Das mag ich nicht. Das Buch ist doof. Am Anfang meiner Rezensionskarriere ist mir dieser Fehler einige Male unterlaufen. Seitdem predige ich: Sei dir sicher, was du liest! 

Nina Blazon ist oft in einer fantastischen Welt unterwegs. Gerne verbindet sie beides: Menschen und eine magische Komponente. In „Silfur – Die Nacht der silbernen Augen“ sind es Tom, Fabio und Elín, die das geheimnisvolle Island entdecken. Denn was wissen wir, außer das sie ein tolles Fußballteam haben? Sie lieben ihre Sagenwelt, die Isländer. Es gibt geschützte Hügel, da dort Elfen wohnen. Das Land muss man mögen oder? Ich verstehe den Reiz, den dieses Land auf die Autorin ausgeübt haben muss und freute mich auf ihre Art der Verbindung. 

Fabio und Tom sind Brüder, oft werden sie für Zwillinge gehalten – dabei ist einer der große Bruder und einer der kleine. Leider hat Tom wahnsinnige Probleme mit seiner Größe und der Intelligenz seines Bruders. Zwischen den beiden herrscht oft eine Einigkeit, aber dann auch wieder Streit. Sie werden in dieser Geschichte etwa erwachsener und daraus entstehen immer Probleme. Diese Verwandlung hat Nina Blazon gut eingefangen. Alle Auseinandersetzungen, egal ob mit den Eltern oder Elín oder unter den Brüdern sind realistisch und vor allem nicht überzogen. Ich war ein bisschen Team Tom, aber auch nur weil er einen fantastischeren Blick hatte. Was es mit diesem Ausdruck auf sich hat, möchte ich nicht verraten nur so viel: Das Verborgene sehen nicht alle!

Elín ist im Dreiergespann der Wirbelwind. Sie ist kein einfaches Mädchen. Fährt Skateboard, ist frech und läuft anstatt zu gehen. Mit Fabio versteht sie sich sehr gut, aber wird sie einen Keil zwischen die Brüder treiben? Es entstehen immer mehr Streitereien und die Kinder müssen sich zusammenraufen. 

Die drei unterschiedlichen Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Es sind tatsächlich Kinder, die hier agieren. Bunt, laut und individuell packen sie die Probleme an, denken und fühlen. Für die Zielgruppe des Buches sind die Charaktere ganz toll umgesetzt. 

Die Entdeckung des Verborgenen in einer normalen Welt hat Spaß gemacht. Erst gibt es nur kleine Hinweise, die der Leser selbst nicht einordnen kann. Was mir manchmal nicht gefallen hat, ist die Unausgewogenheit zwischen Streitereien, unvorstellbaren Geschehnissen und der Welt des Verborgenen. Es gibt mal zu viel Streit und reden und dann passiert plötzlich ganz viel auf einmal. Ich konnte mich nicht direkt mit der verborgenen Welt auseinandersetzten. Ich weiß nicht recht, was mir gefehlt hat. Vielleicht hätte es mir gefallen mehr mit den anderen Wesen „reden“ zu können. Oder mir fehlte der Kinderblick und das Verständnis, dass es einfach passiert. Das „Hinnehmen“ von etwas, was so schnell gar nicht passieren kann. 

In anderen Büchern der Autorin gefällt mir auch der Erzählstil etwas besser. Dieser Eindruck hat bestimmt mit der Zielgruppe zu tun, denn einige Dinge müssen vereinfacht werden. 

Ich vergebe keine Wertung, denn das wäre unfair. Die Charaktere sind toll. Der Mischmach des Verborgenen und der normalen Welt hat mir nicht gefallen, da ich nicht den richtigen Blick dafür hatte, obwohl ich es versucht habe. 

Für Liebhaber von Nina Blazon ein Lesemuss und auch für Islandliebhaber. 

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