Feuerrot

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Feuerrot

Nina Blazon

Ravensburger, 2016

978-3473401338

16,99 €

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Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich …

Nina Blazons Bücher finden immer einen Weg in mein Regal. Entweder sie tauchen sofort nach Erscheinen auf oder sie werden schnell ausgeliehen und später nachgekauft. Ich schätze an ihren Büchern, das sie tolle Charaktere enthalten, eine fesselnde, liebevoll entwickelte Geschichte und immer wieder einen Knackpunkt, der mich fasziniert. Letzteres gab es in diesem Buch nicht, aber dazu komme ich später. 

Wir befinden uns in Ravensburg, in Zeiten der Hexenverbrennung. Schätzungsweise ist es der Anfang. Der Hexenhammer und andere Werke, um Hexen zu erkennen, werden erst im Laufe der Geschichte geschrieben bzw. Teile davon. Es ist Magdalene, die wir begleiten. Sie hat es geschafft aus der Unterstadt, in der die Handwerker leben und arbeiten, eine Stelle in einer Kaufmannsfamilie zu bekommen. Sie ist eine Magd. In der Kaufmannsfamilie gibt es eine Stiefmutter, zwei Jugendliche, die aufgezogen werden wie Bruder und Schwester und Herrn Humpis, den Kaufmann. Da dieser gerne sein Imperium vergrößern möchte und gute Kontakte schätzt, nimmt er zusätzlich Lucio auf, der eigentlich aus Italien kommt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, den Lucio hat Geheimnisse, Magdalene Sorgen Zuhause in der Unterstadt und die Welt kann sich nicht anders helfen und verbrennt Hexen, wenn Kühe keine Milch mehr geben. 

Sehr gut gefallen hat mir, dass nicht alle Dinge sofort offensichtlich waren. Zwar ist Magdalene mit schönem, rötlichen Haar gesegnet, ist aber sehr viel komplizierter und raffinierter in die Hexenangelegenheit verstrickt. Es ist nichts plump oder offensichtlich. Trotzdem kann der Leser schnell herausfinden, wie die Stadt zu ihr und den Humpis Leuten steht, wenn die Hexenjagd beginnt. Mir hat das Hintergrundwissen zur Hexenjagd gefehlt, denn das Buch konzentriert sich später eher darauf, was bei der Hexenjagd und den Prozessen nicht gut oder richtig läuft. Wie es aber zur Hexenverbrennung kam und wer der Mann ist, der in Ravensburg dafür verantwortlich ist, blieb etwas verschleiert. 

Die Autorin hat nicht auf Liebe und Liebeleien verzichtet. Aus diesem Grund entsteht ein Liebesviereck bzw. Dreieck in immer wieder neuen Kombinationen, bis klar ist, wer mit wem und warum. Das ist zwar amüsant zu lesen, lässt aber die Spannung der Hexenverfolgung und die Gewissensbisse der Menschen in den Hintergrund treten. Das finde ich schade. Zudem fehlt mir der Knackpunkt in der Geschichte, der Moment in dem alles über den Haufen geworfen wird, damit ein ganz neues Bild entsteht. Es werden oft Dinge erwähnt, die der Leser mit der Zeit als wichtig erkennt. Aus denen kann er sich zusammenreimen, wer der eigentliche „Böse“ ist und warum alles geschehen kann. 

Trotz meiner Kritik hat Nina Blazon wieder eine detailreiche Welt geschaffen, in der Frauen, nicht immer das schwache Geschlecht sind, aber durchaus auch einmal eine Schulter zum Ausheulen brauchen. Der Ausflug ins Mittelalter war für mich nicht perfekt inszeniert, die Fantasybücher der Autorin gefallen mir deutlich besser. 

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