Von Mr. Holmes zu Sherlock

9783442713363_Cover

Von Mr. Holmes zu Sherlock

Meisterdetektiv – Mythos – Medienstar

Mattias Boström

Btb, 2015

 978-3442713363

14,99 €

Amazon

Auch mehr als 125 Jahre nach seinem ersten Fall erfindet sich Sherlock Holmes immer wieder neu: Benedict Cumberbatch interpretiert den genialen Meisterdetektiv moderner und persönlicher denn je, Regisseur Guy Ritchie inszeniert ihn als humorvoll-amüsanten Gentleman und Herr-der-Ringe-Star Ian McKellen wagt sich an eine Version des pensionierten Holmes. Aber woher rührt der weltweite Mega-Erfolg des unkonventionellen Privatermittlers? Was fesselt Generationen von Lesern, Hörern und Zuschauern an den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle? Und wer ist das reale Vorbild für die vielleicht größte literarische Figur aller Zeiten? Der schwedische Sherlock-Holmes-Experte Mattias Boström begibt sich in diesem aufwändig recherchierten Buch auf Spurensuche, um das Erfolgsgeheimnis des Mannes aufzudecken.

Sherlock Holmes wohin man schaut! Im Fernsehen Benedict Cumberbatch, in alten Verfilmungen auf DVD, in Büchern und als Grund für Menschen, Krimis zu lesen. Er hat eine lange Geschichte, der gute Sherlock Holmes. Mit Pfeife und Kappe fing alles an. Aber wo begann seine Geschichte wirklich? War Conan Doyle überhaupt mal in London und war Sherlock schon einmal verheiratet? 

Manche Fragen stellt sich der wahre Fan, andere nicht. Der Autor Mattias Boström hat sich vorgenommen alles von Anfang an zu erzählen. Wir beginnen mit dem Leben von Conan Doyle. Was hat er vor dem Schreiben gemacht? Wollte er immer Schriftsteller werden? Es liest sich wie ein Roman, von Boström erzählt, das Conan Doyle zur Universität geht, dort viel lernt und im Gedächtnis bleibt. Später will er Augenarzt werden, denn die verdienen viel besser. Zum Schreiben kommt er fast einfach so, denn geschrieben hat er schon immer, hat eine Idee und erfindet Sherlock Holmes. Dieser Detektiv wird sein zweites Ich und oft mit ihm verwechselt. Doyle bekommt Briefe mit der Bitte an Weiterleitung zu Holmes, erhält Anfragen, ob jemand für Sherlock arbeiten kann. 

Der Leser arbeitet sich in kleinen Etappen vor. Erlebt mit Doyle den Tod naher Verwandter, die Kriege und Frauen. Alles prägt ihn und der Leser erfährt, dass Sherlock den Autor gehörig nervt, denn eigentlich will er historische Romane schreiben. Einiges ist schon bekannt, denn oft bekommt man hier und da ein Teil aus dem Leben von Doyle im Fernsehen oder Artikeln zum Sherlock-Hype, mitgeteilt. 

Sehr schön ist, dass das Taschenbuch im Innern seines Deckels Fotos verbringt. Dort sieht man Doyle, seine Frau, aber auch die alten Sherlock Darsteller. Es gab welche im Stummfilm, auf der Theaterbühne und später auch im Tonfilm. Manchmal ist es allerdings so, dass ich ein bisschen gelangweilt war. Boström erzählt in sehr kleinen Schritten und nicht jede Liebelei oder gesellschaftliche Veränderungen in England interessiert mich wirklich. Aber da muss man durch, denn nur so entsteht ein komplettes Bild von Sherlock, der sich auch aufgrund der Nachfrage und der Zeit verändert hat. 

Bis zu Benedict Cumberbatch ist der Weg lang, aber interessant. Zum Abschluss gibt es einen langen Quellennachweis und viel geduldiges Papier, das man aufschlagen kann, um noch mehr von einzelnen Personen oder Orten zu erfahren. Ich bin gespannt, wie die Reise von Sherlock weitergeht, denn ich glaube nicht, dass Cumberbatch der letzte Schauspieler ist, der in diese Rolle schlüpfen darf. (Unter uns: ich empfinde ihn trotzdem als die beste Wahl 😉 ) 

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