Die Autobiographie der Zeit

81RcZQm7SKLDie Autobiographie der Zeit 

Lilly Lindner

Droemer, 2016

978-3426305409

14,99 €

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Lilly Lindner ist ein literarisches Ausnahmetalent unter den jungen deutschsprachigen Autorinnen. Seit sie ihr wortgewaltiges Debüt „Splitterfasernackt“ vorlegte – die Verarbeitung ihrer eigenen Geschichte –, hat sie eine große Fangemeinde um sich geschart. Auf ihren zahlreichen Lesungen bewegt und erschüttert Lilly Lindner ihre Zuhörer, viele reisen ihr nach, um ihren Worten lauschen zu können. Es ist die Sprache dieser Autorin, die den Menschen unter die Haut geht. In ihrem neuen Buch erzählt Lilly Lindner die Autobiographie der Zeit – eine faszinierende Geschichte voller Weisheit, Poesie und Kraft.

Manchmal sind es die leisen Bücher, die einen lauten Eindruck hinterlassen. 

Manchmal sind es die kleinen Bücher, die Großes bewirken. 

Und manchmal sind es die traurigen Bücher, die den Leser zum Lächeln bringen.

– Das Bücherchaos über „Die Autobiographie der Zeit“ – 


Lange Zeit wollte ich gar nicht mehr zu diesem Buch schreiben. Es gab nichts zu sagen. Nichts, was dieses Buch beschreiben könnte, seinen Inhalt erklären  oder auch nur verständlich machen könnte. 

Der Inhalt ist jedoch schnell beschrieben: ein Mädchen wird zur Zeit. Aus ihrer Warte heraus, erzählt Lilly Lindner, wie es „die Zeit“ zu sein. Niemand hat sie, niemand liebt sie. Mal zu wenig, mal zu viel. Sie redet über die Unsterblichkeit und ihre Freunde: Kevin war der Raum, David die Beständigkeit, Shay der Abgrund. Alle vier betrachten die Menschen. Die eine verachtet sie, der nächste beeinflusst den Raum um sie herum, aber die Zeit steht scheinbar über allem. 

Es ist kein Buch, das schnell gelesen ist. Viele kleine Kapitel mit nur wenigen Sätzen, laden dazu ein, das Buch fix zu Ende zu lesen. Aber dann? Der Leser sollte bei den kurzen Kapiteln verweilen, die Sätze mehrmals lesen, damit er sie wirklich versteht. Die Autorin versucht uns etwas zu sagen, schenkt uns ihre Gedanken zum Thema Zeit und stellt fest, dass die Zeit selbst sehr einsam sein muss. 

Sie redet nicht von ihrer Vergangenheit und es ist vermessen davon zu reden, dass diese ihre Gedanken zur Zeit beeinflusst hat. Wer hat sich noch nie Gedanken über seine Zeit auf der Erde gemacht? Oder das Gefühl gehabt, man hat zu wenig oder zu viel Zeit? 

Das kleine Buch ist etwas besonderes, denn in ihm sind Zeichnungen versteckt. Ich habe mir seit „Da vorne wartet die Zeit“ von Lilly Lindner gewünscht, dass es einmal ein Buch mit Zeichnungen von ihr geben würde. Viele ihrer Gedanken wirken in den Zeichnungen, geben ihnen Kraft und machen einiges verständlicher. Fast erinnerte mich ihre Erzählweise an die Stimme des Todes bei Markus Zusak und seiner Bücherdiebin. 

Lilly Linder greift immer wieder Themen auf, die sehr ernst sind, aber angesprochen werden müssen. Ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Zeit sind anders, manchmal bedrückend, aber einzigartig. 

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