Basar der bösen Träume

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Basar der bösen Träume

Stephen King

Heyne, 2016

978-3453270237

22,99 € (Hardcover)

18,99 € (Kindle-Edition)

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Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.

Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.«

Stephen King schrieb schon immer Kurzgeschichten. Meine King-Lesekarriere begann mit eben jenen aus „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“. Diesen Band kann ich immer noch empfehlen. „Der Basar der bösen Träume“ hat ganz neue Kurzgeschichten zu bieten, die in Deutschland vorher nicht veröffentlicht worden sind. Allerdings kennen vielleicht einige „Raststätte Mile 81“. Diese Geschichte wurde vor der Veröffentlichung des neuen Buches bereits als E-Book herausgegeben. 

King lebt vom Horror und von seiner ganz eigenen Welt. Wer ihn bereits eine Zeit lang begleitet, weiß, dass er mittlerweile oft in die psychologische Horrorkiste greift und den Horrornervenkitzel, den wir kennen, etwas vernachlässigt. Freunde des richtigen Horrors freuen sich über besagte „Raststätte Mile 81“ oder „Böser kleiner Junge“. Diese beiden Geschichte haben auch mir am besten gefallen. Sie berühren einen Gruselinstinkt in mir und erinnern mich an Bücher wie „The Girl who loved Tom Gordon“ oder „Christine“. 

Die anderen Kurzgeschichten bewegen sich im psychologischen Horrorbereich. Sie sind auch gut geschrieben und lassen sich schnell lesen, beinhalten aber keinen Grusel, der mich nachts nicht  schlafen lässt. Man kann über Kurzgeschichten streiten, aber sie müssen schnell und prägnant Gefühle aufbauen, der Höhepunkt muss gut gesetzt sein und was ich auch liebe, ist ein offenes Ende. Ich verstehe nicht, wie eine Geschichte in einem Buch veröffentlicht werden kann, die überhaupt nicht dort hineinzupassen scheint. „Blockade Billy“ ist eine Geschichte über Baseball. Der King-Fan ahnt schon seit „Ein Gesicht in der Menge“, dass Stephen King eine Schwäche für diesen Sport hat. Mit „Blockade Billy“ strapaziert er meine Nerven, diese Geschichte habe ich nicht zu Ende gelesen. Wer will schon seitenlang Baseballzüge mit sich selbst diskutieren, wenn er davon nichts versteht? 

Einige gute Geschichten sind in diesem Buch verborgen. Zwei habe ich schon empfohlen. Ein wirkliches Überraschungsei ist die Geschichte „Ur“. Über diese Geschichte möchte ich gar nichts verraten, aber ich halte sie persönlich für die beste Kurzgeschichte in diesem Band. Jetzt werde ich gespannt auf „Mind Control“ warten, das im September 2016 erscheinen wird. 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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