Panthersommernächte

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Panthersommernächte

Loewe, 2016

978-3785577691

17,95 €

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Manchmal braucht man ein bisschen Magie, um zu sich selbst zu finden und zur ersten großen Liebe. Unter Ninas Bett liegt ein schwarzer Panther. Eine lebendige, wilde Raubkatze, die urplötzlich in der Kleinstadt aufgetaucht ist und die Bürger in Angst und Schrecken versetzt. Während draußen schon der Schützenverein zur Jagd auf „die Bestie“ bläst, ist es Nina gelungen, Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Sie spürt den geheimnisvollen Zauber des Panthers, der sich sogar von ihr berühren lässt. Aber ein Panther ist kein Schmusekätzchen. Er braucht Freiheit und vor allem täglich jede Menge frisches Futter. Hilfe bekommt Nina von ihrem Klassenkameraden Lionel. Ausgerechnet, denn Lionels Vater ist der Anführer der Panther-Jagdgesellschaft.

„Panthersommernächte“ – das hört sich geheimnisvoll an, ein bisschen magisch und auch die „schwarze Katze“ spricht dafür. Was mich aber erwartete, entsprach nicht ganz meinem Lesewunsch und auch nicht den Erwartungen, die ich an Bücher von Bettina Belitz stelle. 

Darf ich Erwartungen an ein Buch stellen? Ja, ich denke schon. Ich nehme es zur Hand, damit es mich in eine andere Welt entführt. Die Welt in diesem Buch ist eigentlich normal. Nina ist ein Mädchen, das kein Wässerchen trüben kann. Eisprinzessin, Vertrauensschülerin und ein Schreibtalent besitzt sie auch. Ehrgeizig bis über ihre Nasenspitze hinaus – und dann passiert ihr ein großer Fehler. Plötzlich tuscheln alle Schüler, die Lehrer legen ihr Ratschläge nahe und das Eis ist auch keine verlockende Option mehr. Als der Panther auftaucht und Nina eine Verbindung zu ihm spürt, scheint dies nur eine willkommene Ablenkung zu ihrem Leben zu sein. 

Nina ist eine Protagonistin, die ab Seite 30 tief in der eigenen Identitätskrise steckt, wir nennen es ab 13: Pubertät. Die erste Liebe wartet und wird auch auf dem Klappentext angekündigt. Trotzdem taucht Lionel, erst viel, viel später im Roman auf. Mir als Leserin hat das nicht gefallen. Am Anfang beschreibt Bettina Belitz den Panther als ein magisches Tier. Es gibt Momente, in denen ich mir vorstellen kann, wie er majestätisch dahin schleicht, auftaucht, wenn er es für richtig hält. Es gibt zwei Seiten im Buch: die Menschenwelt, die bestimmt wird durch eine pubertierende, sich plötzlich auflehnende Nina und eine verborgene Welt, die der Panther bestimmt. 

Während sich die Menschenwelt durch „Erzähllängen“ schleppt und ich viele Gespräche zwischen Menschen  erleben muss, werden die Pantherabschnitte immer kürzer. Das Tier wirft mehr Fragen auf, die bis zum Ende  nicht geklärt werden. Ich wusste nicht, auf was ich mich konzentrieren sollte. Außerdem werden die Beschreibungen und Erklärungen zum Panther immer blumiger und poetischer. Das ist nicht schlecht, entspricht aber nicht dem Wesen und lässt das Tier im weiteren Verlauf wie eine Schmusekatze wirken – was sie definitiv nicht sein sollte. 

Das Poetische hatte ich mir an anderer Stelle gewünscht. Mehr Seufzen und heimliche Blicke bei Nina und ihrer ersten Liebe. Mehr Auflehnung, um die erste Liebe geheimnisvoll zu erleben, mehr sich selbst kennenlernen. Leider wird Nina immer sperriger und missmutiger. 

Am Ende ist mir nicht klar, was der Panther darstellen soll. Ist er ein Teil von Ninas Innenleben? Ist er tatsächlich in der Stadt gewesen oder existiert er aus der reinen Vorstellungskraft eines Mädchens? Ich beantworte diese Frage nicht, denn sonst wäre der Versuch dieses Buch zu lesen für euch sinnlos. Fakt ist, dass viele Fragen für mich offen bleiben und ich nicht glaube, dass diese Geschichte einen positiven Effekt auf das Leben der Raubkatzen in unserer Welt hat, denn dafür fehlten Informationen und es gab ein verwässertes Bild einer Schmusekatze. 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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