Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

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Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Estelle Laure

KJB, 2016

978-3737353267

14,99 €

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Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance.

Ein Rezensent kann viele Dinge sagen: schlecht, weniger gut, hervorragend, oberflächlich, hat mich nicht mitgerissen. All diese Worte werden gelesen und vielleicht von jemandem zum Anlass genommen, das Buch zu lesen oder es wieder wegzustellen. Vielleicht finde ich es deswegen  schwer, etwas zu „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ zu schreiben. Was ist, wenn ich das Buch falsch verstanden habe? Was wäre, wenn ich in der falschen Stimmung gewesen bin und es deswegen nicht mag? 

Das Szenario ist ein schlimmes: Vater in der Psychiatrie, Mutter weggelaufen, Schwester muss weiterhin zur Schule und Frühstück braucht sie auch. Lucille tut alles, damit nichts auffällt. Denn wenn wir ehrlich sind, kann eine fast 18-jährige ein Leben nicht am Laufen halten, wenn sie emotional gestresst ist. Wie schnell wird sie also fallen? 

Das Buch besteht aus vielen kurzen und knappen Sätzen. Ich habe das Gefühl, die Autorin möchte ihre Leserinnen und Leser nicht zusätzlich mit langen Satzkombinationen anstrengen. Schließlich ist der Inhalt, so sollte man meinen, schon hart genug. Leider setzt die Arbeit mit einem Worst Case voraus, dass die Figur bemitleidenswert ist. Lucille befindet sich zwar in der Situation, dass ihr Leben eine Herausforderung ist, sie wirkt aber nicht so. Die Protagonistengestaltung ist eher mau, da man sich nicht in Lucille hineinversetzen kann. Sie bleibt blass und unnahbar, begünstigt durch die kurzen Sätze. Es kann keine Stimmung entstehen. Die anderen Menschen, die in Lucilles Leben auftauchen, sind auch blass. Allerdings wird der Charakter von Lucille weicher und angenehmer als ihre Liebe vor der Tür steht. 

Wenn eine solche Geschichte mit Paukenschlägen beginnt, will der Leser am Ende auch eine Auflösung. Kann Lucille alles aufrechterhalten bis ihre Mutter wieder kommt? Oder wird sie entdeckt? Und wenn ja, was passiert dann? Da das Buch kurz ist, habe ich mir kein gutes Ende versprochen. Es kommt noch schlimmer, die Autorin steuert auf einen Höhepunkt zu, der Lucille den Dolchstoß versetzen soll. Ein Damoklesschwert ist dagegen nichts. Ich verrate ungern etwas, dass die Leser selbst herausfinden sollen, aber ein offenes Ende? Darüber bin ich jetzt noch nicht hinweg und das Buch liegt schon drei Monate hier und wartet auf seine Rezension. 

Es erscheint nicht ausgereift, unfertig und war in ein paar Stunden gelesen. Vielleicht wären mehr Seiten gut gewesen, mehr Liebe für eine Protagonistin oder längere Sätze. Mich konnte das Buch, der Erstling einer Autorin, leider nicht überzeugen. 

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