Es muss wohl an dir liegen

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Es muss wohl an dir liegen

Mhairi McFarlane

10,99 €

978-3426517956

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Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers – denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.

Im Moment bespreche ich viele Romane, die einfach so in meinem Briefkasten gelandet sind. Sie haben nicht alle sofort einen schlechten Stand, aber sie haben es schwer. Sie drängeln sich dazwischen: zwischen all die Bücher, die ich zuerst/ sofort und bald lesen wollte. Heute ist es „Es muss wohl an dir liegen“. Gelesen von Mhairi McFarlane habe ich bereits: „Vielleicht mag ich dich morgen“.

McFarlane nimmt eine rothaarige, kurvige Frau und schmeißt sie ins Leben. Die Arbeit ist nur ein Übergang gewesen – Delia ist jetzt mehrere Jahre dort. Ihr Freund geht fremd mit „jünger und hübscher“. Was also tun? Endlich stellt sie fest, dass sie ihr Leben selber gestalten kann und nimmt reiß aus. Aber auch im neuen Leben gibt es Probleme, die sie alleine verschuldet hat. Der Trubel beginnt und der Leser geht mit ihr auf einen Höhepunkt zu, den man sich denken kann, der aber auch seine witzigen Seiten hat. 

Der Weg zum Höhepunkt besteht aus viel Schusseligkeit, falschen Entscheidungen und Männern. Mein Problem damit war, dass Delia es eigentlich nicht nötig hat, sich nötigen zu lassen. Leider ist sie oft sehr schusselig und begibt sich in Situationen, die nur ein Mann richtigstellen kann. Achtung, das meine ich nicht abwertend. Zumal Adam, Dinge zu gespielt bekommt, die Delia einfach wieder bekommen muss. Allerdings wird die „ich nutze schöne Frauen aus“ Perspektive sehr oft in den Roman eingebracht. Das hat mir nicht gefallen. Es liest sich so, als ob Frauen nur im Büro arbeiten können und gleichzeitig dabei gut aussehen sollen. Delia ist zwar das kurvige Gegenteil, aber sie will auch unbedingt schön sein. 

Die Liebesgeschichte, die am Anfang in die Brüche geht, wärmen wir zusammen mit Delia noch einmal auf. Denn im Leben gibt es immer einen Mann, der sagt: „Tut mir leid, das wollte ich nicht.“. Wir können uns vorstellen, dass Delia, die im Verlauf der Geschichte etwas Selbstbewusstsein getankt hat, trotzdem ins Straucheln gerät. Da frage ich mich, was die ganze Entwicklung genützt hat, wenn die betrogene Frau wieder einmal an eine Rückkehr denkt. Wo ist das Entscheidungshirn? Es gibt keinen Kampf zwischen Hirn und Herz, sondern nur Vernunftsentscheidungen. 

McFarlane gibt sich Mühe bei der Entwicklung ihrer Charaktere. Die Männer sind ähnlich gestrickt und ihre Frauen kämpfen meist mit dem Verlust von Selbstbewusstsein. Gestört hat mich nur die Männersicht auch, wenn sich manche Ansichten im Verlauf des Romans verändern.

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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