The Revenant

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The Revenant

„Der Rückkehrer“

Michael Punke

Piper, 2015

978-3492305655

9,99 €

Amazon

South Dakota, zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der Pelztierjäger Hugh Glass wird am Grand River von einem Grizzly angefallen und lebensgefährlich verletzt. Seine beiden Begleiter geben dem Mann keine großen Überlebenschancen. Als sie Indianer in der Nähe ihres Lagers sichten, nehmen sie dem Schwerverwundeten Gewehr, Messer und den Rest seiner Ausrüstung ab und lassen ihn neben einem bereits ausgehobenen Grab zurück. Doch wie durch ein Wunder überlebt Glass – und schwört Rache. Mit einem gebrochenen Bein schleppt er sich durch die endlos weite Prärie auf der Suche nach denen, die ihn so schändlich im Stich gelassen haben.

Ich habe die Hollywoodverfilmung gesehen. Wer wissen möchte, was ich davon hielt, kann es nachlesen: Revenant, der Film. Ich war begeistert von der Bildgewaltigkeit des Films, davon dass die Schauspieler einen sehr guten Job gemacht haben und natürlich auch von der Geschichte.

Mir war jedoch klar, dass das Buch anders sein würde. Geschriebene Wörter gegen einen Hollywoodstreifen? Kann das Buch gewinnen? Oder ist es auf seine Art „anders“ und dennoch perfekt? Auf dem Buch steht es schon richtig: „Aus diesem Buch entstand der Film“ – mehr nicht. Kein Buch zum Film, dann wäre das Buch exakt wie der Film. Keine Versprechungen, dass das Buch genauso ist, wie der Hollywood Blockbuster. Was also bewegt Leser dazu, das Buch zu verurteilen und es schlecht zu bewerten? 

Der totgeglaubte Hugh Glass nimmt eine unglaubliche Reise auf sich, obwohl er schwer verwundet wurde. Der Grizzly riss ihm die Kehle auf, den Rücken, die Beinen. Auch im Buch habe ich Gänsehaut bekommen, als es passierte. Zwar schreibt Michael Punke sehr ruhig und an manchen Stellen fast emotionslos, aber den Rest hat meine Vorstellung erledigt. Wenn ein Mensch schier getrieben wird von einer Unruhe und Rachelust, dann ist es Hugh Glass. Im Buch kann man seine Handlungen etwas schwerer nachvollziehen. Und wisst Ihr auch warum? Weil er sauer ist, da die beiden Männer, die auf ihn aufpassen, seine Sachen stehlen. Sie lassen ihn einfach liegen, klauen seine Waffe, sein Messer und seinen Feuerstahl. Er ist völlig hilflos. Wer sich das um 1853 vorstellen kann, ahnt: Er ist tot. 

Im Hollywood Blockbuster ist es ein Junge, der Sohn von Glass, den wir leiden sehen und der die Rachegelüste schürt. Und ja, so etwas braucht der Film, denn sonst hätte man in den emotionsreichen und wortkargen Film, die Gefühle von Glass nicht richtig erklären können. Eine Waffe zählt für ihn damals mehr, wir würden verständnislos im Kino sitzen. Deswegen braucht es einen toten Jungen. Man kann meiner Meinung sein oder nicht, aber es macht das Buch nicht schlechter. Der geneigte Leser lässt sich auf eine wahre Geschichte ein, die zum Teil etwas von Autor ausgeschmückt wird. Das wusste ich nicht und war am Ende des Buches überrascht als Punke aufklärt und richtig stellt. Denn auch er hat etwas ausgeschmückt und mehr „Action“ hineingebracht. Der Film ist also schon die zweite, verbesserte Version eines Lebens.

Der Leser erfährt mehr als im Film. Wo kommt Hugh Glass her? Diese Geschichten unterscheiden sich, da er im Film einen Sohn hat und im Buch nicht. Warum ist Fitzgerald süchtig nach Geld? Und was macht Bridger in der Wildnis, wenn er doch noch so jung ist? Es ist interessant mehr zu erfahren, auch wenn die Figuren nicht 1zu1 mit den Filmversionen übereinstimmen. 

Es ist ein Puzzleteil, das die Sicht auf Glass und seine fast unmögliche Reise verändert. Es ist nüchtern erzählt, was zum Stil der Geschichte und auch der Zeit, in der es spielt, sehr gut passt. 

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