Die Nacht schreibt uns neu

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Die Nacht schreibt uns neu

Dani Atkins

Knaur, 2015

978-3426517697

9,99 €

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Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen.

Dani Atkins steht für Liebesgeschichten, die das Leben verändern und die Herzen berühren. Leider muss ich sagen, dass der Vorgänger „Die Achse der Welt“ nicht sehr gut bei mir abgeschnitten hat. Umso gespannter könnt Ihr sein, was ich von „Die Nacht schreibt uns neu“ halte, denn oft bekommen Autoren keine zweite Chance bei mir. 

Fasziniert haben mich das erste und das letzte Kapitel. Beide Teile ergeben einen tollen Handlungsrahmen, etwas, das den Leser aufmerksam werden lässt. Die Protagonistin Emma ist realistisch und liebenswert angelegt. Im ersten Moment oder sagen wir, auf den ersten 100 Seiten, habe ich sie sehr gemocht. Ihr Leben ist etwas chaotisch, ihre Gedanken nachvollziehbar. Manchmal sind es ihre Gedanken und Handlungen, die mich am Buch festhalten lassen. 

Ihr Schicksal wird realistisch geschildert. Alles, was passiert, kann sich der Leser gut vorstellen. Es liegt nicht daran, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Liebe aus jenen Gründen entstehen kann. Es ist eher die Vorhersehbarkeit, die mich wirklich gestört hat. Ab dem Zeitpunkt, in dem Jack in das Geschehen eingreift, fängt die Geschichte an, die Spannung zu verlieren. Die Autorin verzetteln sich in Kleinigkeiten. Was denkt Emma? Die ist hin und her gerissen und macht mich damit wirklich fertig. Sie büßt ihre Fähigkeit ein authentisch zu wirken. Als sie anfängt an das Schicksal zu glauben, bin ich schon längst mit anderen Gedanken beschäftigt und schweife beim Lesen ab. 

Zwischendurch versucht Dani Atkins andere Themen auf den Tisch zu bringen. Alzheimer wird angeschnitten, kurz mit einem „Oh, wie schlimm“ bedacht und verflüchtigt sehr schnell wieder. Einerseits ist das schade, anderseits lenkte das Thema wiederum nur von der Liebesgeschichte ab, die gerade einen Hänger hatte. 

Das letzte Kapitel versöhnt mich etwas und dämpft meine schlechte Laune. Fast ist es eine überraschende Wendung, die ich so nicht erwartet hätte. Aber machen zwei Seiten den großen Unterschied? Leider muss ich zugeben, dass ich von diesem Roman enttäuscht bin. Er berührte mich wenig, ließ mich nicht träumen und schon gar nicht an die große Liebe glauben. 

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