Endlich mein

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Endlich mein

Donna Leon

Diogenes, 2016

978-3257069433

24,00 €

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Flavia Petrelli ist zurück in Venedig! In der Titelrolle von ›Tosca‹ tritt die Sopranistin im venezianischen Opernhaus La Fenice auf. Als eine junge Sängerin aus dem Kollegenkreis die Treppe einer Brücke hinuntergestoßen wird, beginnt Flavia um ihr eigenes Leben zu fürchten. Brunetti ermittelt in den Kulissen der Oper. Tod in Venedig, und das auf der Bühne: ein Buch, das Sehnsucht nach Venedig macht.

Flavia Petrelli ist dem Leser und Mitermittler von Brunetti bekannt. Sie ist die Diva, die er befragt in einem seiner älteren Fälle. Er kennt sie, hat ihre damalige Lebensgefährtin gerettet und ihren Lebensstil verteidigt. Diesmal erfahren wir sogar, dass die beiden Opfer und Ermittler, gemeinsame Bekannte haben. In Venedig kennt jeder jeden – wie in einer kleinen Stadt. 

Der Fall kommt fast ohne Blut und Gezeter aus. Es ist ein Stalkerfall. Das Thema ist nicht neu, wurde schon oft verwendet und ist gar nicht einfach aufzubauen. Die Protagonistin muss sympathisch sein, sonst nehme ich ihr die Angst nicht ab. Der Ermittler muss irgendetwas tun, was mich an die Handlung fesselt und da wäre noch der Täter, der vielfach eingebaut werden muss. Wie tickt er? Was macht er, damit die Person Angst hat? Mann, Frau, Maus – ist alles möglich? 

Der Fall der Petrelli wird von der Polizei nicht gerade ernst genommen. Sie bekommt „nur“ Blumen. Interessant wird es erst, als eine andere junge Frau leiden muss. Den Zusammenhang entdeckt natürlich nur Brunetti  und schon ist sein Fall geboren. Im gesamten Buch wirkt es, als hätte die Polizei von Venedig, speziell Brunetti, wenig zu tun. Die gelben Rosen ernst zunehmen, nur weil man vor Jahren der Petrelli einmal geholfen hat, wirkte etwas Fehl am Platz. Auch das der Fall später erst viel ernster wird und auch ernster genommen wird, hat mir nicht gefallen. Es fehlte der stichfeste Handlungsrahmen, in dem sich Brunetti sonst bewegt und genau weiß, was er zu tun hat. In diesem Fall wirkt er etwas verloren und weiß nichts mit sich anzufangen. 

Die Opernwelt hat mich in seinem ersten Fall begeistert. Der Leser soll merken, dass die Polizei von Venedig nicht unbedingt ungebildet ist. Viele gehen dort in die Oper und lieben den Gesang. Manchmal lässt die Darstellung der Opernwelt kein gutes Haar an ihren Darstellern und Mitwirkenden. Das stört mich schon sehr. Die Sängernin ist eingebildet, noch unbekannte Sängerinnen werden klein gehalten. Schnell wird jemand verurteilt, für etwas, das er nicht getan hat. 

Brunetti Familie nimmt zwecks Dramaturgie etwas Platz ein. Seine Kinder haben sich etwas beruhigt und befinden sich nicht mehr ganz im Pubertätsalter. Paola liebe ich immer noch dafür, dass sie Brunetti vergisst, wenn sie ein Buch liest. Trotzdem ist sie oft eine, die entscheidende Gedanken bei ihrem Mann auslöst und ihn niemals im Stich lässt. 

Der Fall ist eine seichte Momentaufnahme der Opernwelt. Neider gibt es überall, Leon greift in ihre Mottenkiste und wärmt bekannte Menschen und bekannte Orte wieder auf. Es ist nicht die schlechteste Wahl, aber auch nicht der spannendste Fall von Brunetti und seinem Venedig. 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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