Der Winter der schwarzen Rosen

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Der Winter der schwarzen Rosen

Nina Blazon

cbt, 2015

978-3570163641

16,99 €

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In einer Festung, geschützt durch dunkle Magie, suchen die Zwillingsschwestern Tajann und Lili Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die eine Schwester versteckt sich hier mit dem Junglord Janeik, um ihre verbotene, aber leidenschaftliche Liebe leben zu können. Die andere ist auf der Flucht vor der zerstörerischen Liebe eines Gestaltwandlers. Doch mit den dunklen Mächten spielt man nicht. Das beginnen auch Tajann und Lili bald zu ahnen. Denn etwas lauert in den Mauern, etwas Unberechenbares, etwas Böses …

Manchmal gedeiht eine Liebe sehr langsam. 

Ich hatte vor dieser Geschichte Angst. Hört sich etwas komisch an, aber ich habe eine besondere Beziehung zu Nina Blazon und ihren Büchern. Selten hat sie mich enttäuscht, oft zum Weinen gebracht und mein Leserherz berührt. Bevor ich mich also auf eine neue Reise mit ihr und ihren Geschichten einlasse, bin ich erst skeptisch. Ich schleiche um das Buch herum. Betrachte es, stelle fest, dass es mir zu dick ist. Stelle fest, dass ich nicht bereit bin, mich vielleicht enttäuschen zu lassen. 

Jene Angst war umsonst. Jetzt nach 544 Seiten steht fest, dass Nina Blazon mit Worten verzaubern kann,  Figuren erschafft, die ich liebe und hasse und mich in eine Welt entführt, die es so in ihren Romanen noch nicht gegeben hat. 

Aber begeben wir uns an den Anfang. Der Leser lernt Tajann und Lilli kennen. Sie leben in einer Welt, die ihre eigenen Regeln hat, mit Unterdrückung regiert wird und in der Zweifel ein bekanntes Gefühl ist. Tajann ist die zweite Tochter, die erst das Haus verlassen darf, wenn auch der oder die Erstgeborene geht. Sie darf auch erst lieben, sich einen Mann aussuchen und die Welt entdecken, wenn Lilli geht. Lilli ist ängstlich, schüchtern und setzte sich selbst vor Jahren unter Druck. Als Kind wählst du den Weg, den du als Erwachsene gehen wirst. Das Grauland ist ihr Ziel – unwirtlich, gefährlich und nur gelegentlich überlebt jemand dieses Land. 

Würdest du gehen? In ein Land, das dich sterben sehen will? In ein Land, in dem schwarze Hirsche Menschen angreifen und keine Liebe Platz hat? Im ersten Teil des Romans gibt eine ausführliche Vorstellung der zwei Schwestern und ihrer Welt. Wer in diesem Teil schon aufgibt, hat eine große Geschichte verloren. Allerdings ist dieser Teil wirklich etwas langatmig, aber ohne ihn versteht der Leser nicht das große Ganze. Als die Geschichte endlich ins Rollen kommt und ein Verrat mich fast um den Verstand bringt, ist die Handlung unaufhaltsam. Immer wieder passieren neue Dinge, die auch Lilli und Tajann neugierig machen. Oder die beiden Schwester haben Angst und sie wissen gar nicht, wie sehr sich das Leben der eine auf die andere auswirkt. 

Außerdem gibt es noch ein großes Geheimnis, denn beide Schwester spielen mit Mächten, die sie nicht kontrollieren können. Welche wird das Spiel um ihr Leben gewinnen und wer findet tatsächlich Liebe in all der Hässlichkeit? 

Nina Blazon schafft eine Geschichte, die erst als Gesamtkonzept, wenn die letzte Seite gelesen ist, stimmig wirkt. Sie erfindet eine komplette Welt. Kriege, Freundschaften, Sagengestalten, Magie und Liebe verweben sich und verschlingen zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können. Zudem ist es die Sprache der Autorin, die heraus sticht. Detailreich, mit Adjektiven gespickt, aber in kurzen, prägnanten Absätzen erzählt, wirkt die Geschichte nie erdrückend sondern nur verzaubernd auf den Leser. 

Meine persönliche Empfehlung ist nach wie vor auch ihr Buch „Ascheherz“, das ich genauso geliebt habe. Allerdings steigert sich die Autorin mit diesem Buch noch ein kleines bisschen und gehört damit sicherlich zu den Fantasy- (Jugendbuch)autorinnen Deutschlands. 

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