Quentin Tarantino Unchained

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Quentin Tarantino Unchained

Die blutige Wahrheit

Michael Scholten

Riva, 2015

 978-3868836981

16,99 €

Amazon

Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, Kill Bill, Death Proof, Inglourious Basterds und Django Unchained: Mit nur sieben Filmen verpasste Quentin Tarantino dem US-amerikanischen Popcorn-Kino einen Adrenalinstoß wie kein zweiter Filmemacher. Hollywoods wüstes Wunderkind schuf sein eigenes Genre, das auf einem unwiderstehlichen Mix aus Filmzitaten, blutiger Gewalt und einzigartigen Dialogen basiert. Die erste deutschsprachige Biografie über den ultimativen Kino-Popstar zeichnet den unkonventionellen Weg eines Problemschülers und Videothekars zum Kultregisseur und zweifachen Oscar-Gewinner nach. Gönner und Neider aus Hollywood kommen ebenso zu Wort wie die deutschen und österreichischen Schauspieler, mit denen Quentin Tarantino in Brandenburg und Sachsen sein Meisterwerk Inglourious Basterds drehte, denn Deutschland fühlt sich der Ausnahmeregisseur ganz besonders verbunden.

In unserem Flur hängt ein Poster von „Pulp Fiction“. Im Rahmen unserer Oscarvorbereitung haben wir „The heightful eight“ gesehen und „Django unchained“ gehört zu unseren Lieblingsfilmen. Wundert es da noch, dass die Frau zur neuen Biografie von Quentin Tarantino greift? 

Von einer Biografie erwartet ich, dass sie mir Fakten liefert, kleine Anekdoten erzählt, die ich noch nicht kenne und vor allem sachlich bleibt. Ich möchte nicht lesen, wer mit wem und warum zusammen ist und Kommentare dazu hören. Ich möchte keine Bewertung über Filme lesen, die Tarantino gedreht hat, denn eine Meinung kann ich mir bilden. 

Was also soll Michael Scholten tun? Er soll mir Quentin Tarantionos Leben näher bringen, mir erzählen, woher der „Goldjunge“ kommt und mir einen Eindruck vermitteln, wie der Mensch hinter dem Regisseur tickt. Man kann unterschiedlich an eine Biografie herangehen. Scholten versucht es durch eine Einteilung, die plausibel erscheint. Chronologisch gliedert er das Leben, in die Filme, die Tarantino gedreht hat. Begonnen wird mit Produktionen, die der Regisseur nie beendet hat. Es folgen Filme wie „Resevoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und sogar Serienproduktionen. 

Der Autor gibt sich Mühe zu vermitteln, wie Tarantino zum Filme drehen gekommen ist. Die Liebe zum Film selbst spielt eine große Rolle und es wird erzählt, dass Quentin schon früh heimlich ins Kino geht. Er wird geprägt von Filmen, die ich natürlich nicht kenne. Entweder ich würde mir die Filme nie ansehen oder die Filme sind zu alt. Darin sehe ich auch ein Problem der Biografie: der Autor wirft mit Filmtiteln, Schauspielernamen und Namen von Freunden um sich und vergisst, dass der Leser kaum hinterher kommt. Zwar gibt es halbe Sätze, die die Funktion der Namen erklären, aber oft überlese ich die Namen einfach, weil es zu viele sind. 

Ich will die Wichtigkeit der Personen in einem Leben, wie es Tarantino führt, nicht absprechen. Aber ich hätte lieber eine Anekdote mehr gehört/gelesen. Ich liebe die Kapitel, in denen klar wird, dass Uma Thurman gar nicht „Kill Bill“ drehen wollte und der Regisseur sie erst überreden musste. Oder wenn klar wird, dass Filme schon viel länger in der Schublade lagen und lange nicht gedreht wurden. 

Im Großen und Ganzen ist es ein gutes Porträt, das der Leser betrachten kann. Leider fehlt mir das Herzblut, dass ich spüren möchte, egal ob es von seiner Arbeit ausgeht oder von der Biografie selbst. Es scheint, dass es Zeit war für eine Biografie, weil Tarantino mal wieder einen seiner glorreichen Filme ins Kino brachte. Er sollte aber eher geehrt werden, weil seine Arbeit wegweisend in der Welt des Kinos war. 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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