Das Blaubeerhaus

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Das Blaubeerhaus

Antonius Michaelis

Oetinger, 2015

978-3789143007

14,99 €

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Das verwunschene Haus und seine Geheimnisse! Kein Strom! Kein fließendes Wasser! Wilde Natur pur! Leo und Imke, Cousin und Cousine, beide zehn Jahre alt, verbringen die Ferien im Haus ihrer verstorbenen Tante. Doch kaum sind ein paar Tage vergangen, da stecken die beiden schon in einem großen Abenteuer. Ein Schatten schleicht durchs Haus, und merkwürdige Dinge geschehen. Spukt es etwa? Als Leo und Imke auf ein Geheimnis aus vergangener Zeit stoßen, merken sie, dass Ferien in der Wildnis das Beste sind, was ihnen passieren konnte! Ein großartiges Ferienabenteuer von Antonia Michaelis über eine wunderbare Kinderfreundschaft, Magie und Traum und Wirklichkeit!

DieProtagonisten

Im Mittelpunkt stehen der 10-jährige Leo und die ebenso alte Imke. Die beiden sind miteinander verwandt, kennen sich aber kaum. Beide Familien könnten verschiedener nicht sein. Während Leo kein Fleisch ist und Wollpullover tragen muss, ist Imke die Sportskanone, die ohne Windjacke nicht leben kann. Beide beäugen sich sehr misstrauisch. 

Mit dabei sind noch Leos Bruder Luke, der ohne sein Smartphone nicht leben kann und ein kleines Geheimnis hat. Außerdem gibt es noch Mütter in bunten Gewänder, eine Tante die Heilsteine für ihr Wasser benutzt und auf Wasseradern nicht schlafen kann. 

Die Mischung ist so wild, dass sich der Leser vorstellen kann, wie kompliziert das Zusammenleben sein wird. Aber es gibt nicht nur Probleme zu bestaunen, die offensichtlich sind. Es bleibt auf jeden Fall spannend, ob Imke und Leo sich mögen lernen und ob Löwenzahn, das bessere Fleisch sein kann 😉 

Kulisse

Das Blaubeerhaus ist verwunschen. In jedem Winkel lauern Geheimnisse – so sehen es die Kinderaugen. Mal ist es nur eine Maus, die unter einer Matratze wohnt, mal sind es Schatten in den Bäumen und Wolken, die wie Tiere aussehen. Immer wieder passiert etwas spannendes und dabei bleibt kein Zimmer unbeschrieben. Hängen dort Gardinen oder nicht? Gibt es Vogelhäuschen in den Bäumen? Keine Frage bleibt offen, aber es wird nicht übertrieben beschrieben, sondern aus großen Kinderaugen gestaunt. 

Handlung

Wer Antonia Michaelis kennt, weiß, dass sie nicht immer einfache Themen aufgreift. Manchmal schreibt sie auch sehr verschnörkelt und umständlich, hat aber immer etwas wichtiges zusagen. Wer noch kein Buch von Ihr gelesen hat, möge mit diesem beginnen, da es zeigt, welchem Zauber ihrer einfachen, liebevollen Sprache innewohnt. Sie konzentriert sich auf das, was für ein Kind wichtig ist: Erfahrungen selbst machen, Liebe spüren, Freundschaften finden und die Welt entdecken. 

Es ist die Geschichte eines Hauses, das mitten im Wald steht. Verwuchert mit Pflanzen, kleine Fenster, Windspiele in den Bäumen. Es soll restauriert werden, das nötigste gemacht, damit es schnell verkauft werden kann. Imke und Leo verbringen ihre Ferien hier und wissen nicht, was sie erwartet. Es ist ein Abenteuer, das harmlos beginnt. Mal ein Schatten dort, mal eine Truhe, die voller alter Dinge ist. Bis sie herausfinden, dass es noch ein größeres Geheimnis ist, müssen sie sich mit allerlei Problemen herum plagen. Mädchen sind doof und Jungs auch. Vegetarier tragen Schafswollpullover, die nach nassem Hund riechen. Mädchen wollen immer nur alleine sein. Ohne Strom funktioniert das Handy nicht und was passiert eigentlich, wenn die Erwachsenen sich nicht mehr bemühen nett zueinander zu sein? 

Leo entdeckt etwas, dann Imke. Schnell wird klar, nur zusammen können sie das Geheimnis lüften und den Aufenthalt erträglich gestalten. Aber geht das? Es ist eine Geschichte über eine Freundschaft, die sehr holprig beginnt, so wie es im Leben wirklich ist. Ein Haus, das so viel Leben in sich birgt und eine Geschichte hat, kann nicht einfach verlauft werden, oder doch? 

Antonia Michaelis erzählt eine ganz normale Geschichte. Ohne viel Krach und ohne Computer, Bösewichte und Übertreibungen. Man kann sie bestimmt gut vorlesen und auch zusammen die Bilder betrachten. Damit es interessanter wird, gibt es zwei Teile der Geschichte. Im ersten Teil lernen die Kinder sich kennen und vor allem das Haus lieben. Im zweiten Teil kommen sie dorthin zurück und wollen endlich das Geheimnis lösen. 

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, weil es einfach normal ist. Keine Gewalt, keine Krankheiten – nur normale Probleme, die jeder Mensch bewältigen kann. Und das ist einfach mal entspannend in einer Buchbranche, die sich selbst immer übertrumpfen muss. 

 

Diegestaltung

Nicht nur, dass das Buch von außen wunderschön ist, es birgt auch viele Zeichnungen im Innern. Manchmal sind es nur Blätter, die in eine Seite hineinragen, dann sind es Kinder, die ein Gesicht bekommen. Als Beispiel mag ich Euch eine Zeichnung zeigen, die sich auf Seite 12 befindet: 

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(Oetinger 2015, „Das Blaubeerhaus“, S.12) 

Dadurch, dass auf Farben verzichtet wurde, kann sich der Leser selbst ausmalen, wie bunt der Bus ist, wie braun die Bäume und wie grün das Gras. Das gesamte Buch ist darauf ausgelegt, die Fantasie des Lesers anzukurbeln, selbst Abenteuer zu erleben und sich Gedanken zu machen. Das finde ich schön. Ganz ohne den besonderen Kniff, die überraschende Wendung und eine übertriebene Darstellung. 

DieBewertung

Verzaubert und geliebt bleibe ich leider zurück. Das Buch ist vorbei und ich habe es mit ganzem Herzen geliebt, denn in ihm leben Abenteuer, Wagemut, Freundschaft und Familienzusammenhalt mit einer Prise Grusel Seite an Seite und bieten ein tolles Leseerlebnis. 

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