Calpurnias faszinierende Forschungen

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Calpurnias faszinierende Forschungen

Jacqueline Kelly

Hanser, 2015

978-3446249301

16,90 €

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Calpurnia liebt die Natur und träumt davon, Forscherin zu werden. Von ihrem Großvater hat sie gelernt, Pflanzen zu bestimmen und wissenschaftliche Instrumente einzusetzen. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Travis versorgt sie hilfsbedürftige Tiere. Ein Gürteltier, ein Waschbär und ein Hundewelpe finden bei ihr ein Zuhause auf Zeit. Callie füttert und untersucht die Tiere, liest bei Darwin nach und vertieft ihre naturkundliche Bildung. Als ein Tierarzt in den Ort zieht, wird klar, dass sie genau die richtige Assistentin für ihn ist. Doch Veterinär ist ein Beruf für Jungen und Callie ist das einzige Mädchen in der Familie …

DieProtagonisten

Calpurnia steht wieder im Mittelpunkt ihres Lebens. Sie hat sich ein bisschen weiter entwickelt, steht zu ihrer Meinung, wird aber genau so oft untergebuttert. Ihre Familie ist groß, umso interessanter zu sehen, wie sich die Familie verändert, denn der Vater und der älteste Sohn verlassen sie. Ihre Mutter hält die Familie zusammen und möchte immer noch aus Calpurnia eine „gute Frau“ machen. Sie soll Sticken lernen und sich „benehmen“. Manchmal glaube ich, dass ihre Mutter nur seufzt, weil sie selbst etwas anderes gerne gemacht hätte. 

Calpurnias Brüder sind wild, laut und manchmal dumm – nichts hat sich geändert. Mit Travis wird der Leser etwas mehr zu tun haben, denn er spannt Callie recht oft in seine Machenschaften mit ein. Andersherum funktioniert es aber auch, denn Travis liebt Tiere ohne Wenn und Aber! 

Kulisse

Nordamerika in den 20er Jahren. Frauen bleiben Zuhause und bekommen Kinder. Männer erleben den Krieg, schicken Telegramme und heiraten. Der Kreislauf ist klar. Callie will ihn durchbrechen, dabei ist sie noch nicht im heiratsfähigen Alter. 

In diesem Band gibt es eine Naturkatastrophe. Eine Stadt an der Küste wird überflutet und niemand glaubt Callies Großvater. Was also tun? Nachdem es passiert ist, müssen Teile der Familie in diese Stadt und helfen. Leider erfährt der Leser recht wenig über die Stadt. Wir bleiben eher bei Callie auf der Farm und sezieren Würmer. 

Handlung

Calpurnia findet alles interessant. Würmer? Immer her damit, damit sie die Tierchen sezieren kann! Ein Gürteltier als Haustier? Oder doch eine Wetterwarnung, die niemand ernst nimmt? Es ist wieder ganz viel los im Leben von Callie. 

Ihr Großvater unterstützt sie, wo er kann. Zumal alle anderen in der Familie ihn für komisch und anders halten. Dabei sorgen Callies Brüder mächtig für Wirbel, denn der eine hat plötzlich wieder Haustiere, der andere klaut und der nächste ist bockig. Wie soll Calpurnia denn damit fertig werden? 

Das größte Problem des kleinen Mädchens ist immer noch, dass niemand ihre Forschungen ernst nimmt. Das ist nur ein schmutziger Zeitvertreib, Frauen machen so etwas nicht und überhaupt sie soll sticken lernen! Es ist schön mit anzusehen, wie sie sich trotzdem sträubt, aber gleichzeitig auch folgsam sein kann. Zudem ist sie ein sehr aufgewecktes, ernst denkendes Kind: 

„Für mich schien alles auf die eine Frage hinauszulaufen, die mir unablässig durch den Kopf ging: Bin ich nicht genauso intelligent wie meine Brüder? Die Antwort lautet: Nein.
Ich war intelligenter.
Und wenn ich meinen Weg durch diese Welt alleine gehen musste, dann war’s eben so. Ich würde ihn schon finden.“ (Calpurnias faszinierende Forschungen, Kelly, Hanser 2015: S. 171)

Ihre Gedanken und Taten sprechen für das kleine Mädchen. Leider fehlte mir diesmal ein ernstes, neues Thema, mit dem sie sich beschäftigt. Der Tierarzt ist eine Neuerung in ihrer Stadt und auch er hat Vorbehalte gegenüber einem Mädchen. Aber es ist immer das gleiche Problem. Auch wenn die Forschungen und Erkenntnisse lehrreich, interessant und anschaulich erklärt waren, boten sie nichts neues. Calpurnia hat sich nicht weiterentwickelt und auch die Umgebung hat sich nicht verändert. Die einzelnen Episoden in ihrem Leben, ergeben zwar ein Ganzes, aber wirklich zusammenpassen tun sie nicht. Es wirkt eher wie lose Erzählungen, die zeitlich angepasst wurden, sodass Calpurnia und ihre Umgebung älter werden können. 

 

Diegestaltung

Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Viele kleine und große Waldtiere zieren das Cover. Auch im Innern treffen wir diese Tiere wieder. Sie sind der rote Faden, der Herzschlag von Calpurnia, denn sie liebt alles: von der Fliege bis zum Waschbär. 

DieBewertung

Calpurnias Leben wirkte nicht wie eine zusammenhängende Geschichte. Es waren eher Geistesblitze, Anekdoten, bzw. Essays über ein Leben, das in dieser Zeit außergewöhnlich ist. Es ist immer noch kein schlechtes Buch oder eine schlechte Geschichte, aber mir fehlte der Zusammenhang, das eine Thema, was Calpurnia an ihre Forschungen fesselt: 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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