Mein Gott, Walther

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Mein Gott, Walther

Mike Krüger

Piper, 2015

978-3492056953

19,99 €

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Mike Krüger ist die Kultfigur im deutschen Fernsehen. In den Siebzigern vertonte er mit „Mein Gott, Walther!“ das Lebensgefühl der Mittelschicht, in den Achtzigern erfand er mit Thomas Gottschalk die deutsche Kino-Komödie neu und zur Jahrtausendwende zog er zusammen mit Rudi Carrell und „7 Tage, 7 Köpfe“ in jedes deutsche Wohnzimmer ein. Doch mühelos verlief sein Leben vor der Ausnahmekarriere keineswegs. Ähnlich wie im Kultsong »Mein Gott, Walther« kannte er das Hadern, die Sehnsucht nach Akzeptanz und fühlte sich erst frei, als er begriff, dass es auch in Ordnung sein kann, „unter den Kleinen einer der Größten zu sein“.

Ich glaube, fast jeder kennt Mike Krüger. Wie bei vielen Comedians ist es so: entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Mittlerweile können wir nicht mehr viel mit den neuen, jungen und manchmal sehr nah an der Gürtellinie hantierenden Komikern etwas anfangen. Wir schwelgen in Erinnerungen: Erinnerst du dich noch an „7Tage – 7 Köpfe? Ja, da saß doch auch die Gaby Köster! Stimmt, „Ritas Welt“! Und so setzt sich dieser Gedankengang immer wieder weiter fort. Mike Krüger spielt dabei eine große Rolle. Nicht nur, weil wir an Quickborn vorbeifahren und im Auto „Mike“ rufen 😉 

Mittlerweile schreibt jede Persönlichkeit aus dem deutschen Fernsehen eine Biografie. Es macht auch jeder Komiker oder der, der sich für einen hält. Jetzt ist die Frage schwer, ob man jede dieser Biografien gelesen haben muss. Gibt es noch einen Mehrwert? Etwas, was ich aus den Klatschzeitschriften nicht weiß? Und zuletzt etwas, was mir den Menschen hinter dem Showgeschäft erklärt? Der Mann entschied sich für diese Biografie und nahm sie mit in den Urlaub. Er liest nicht viel, aber dafür meistens immer gute Bücher – der Glückliche. 

Auch diess Mal hat er einen Glücksgriff getan, denn Mike Krügers Leben ist nicht langweilig, aber auch nicht besonders aufregend. Krüger versucht nicht auffallend komisch zu sein oder etwas aufzubauschen, das so gar nicht passierte. Er ist in seinem Buch einfach Mike Krüger. Mal etwas trockener Humor, mal eine lustige, normale Geschichte, die ihm bei der Bundeswehr passierte. Es ist Leben und kein Klamauk. Manchmal war André überrascht, wie Krüger reagiert hat. Zum Beispiel wird er bei einer Veranstaltung nicht erkannt, es wird immer ein „Walther“ gesucht – Krüger nimmt es locker. Er hat auch einen Flügel Zuhause und die Geschichte wurde mir sogar vorgelesen. Ich musste lachen. 

Immer wieder drang ein Lachen vom Sofa zu mir herüber, obwohl es, wie André betont, auch ernste Passagen gab und manchmal welche, die nicht so interessant waren. Man muss eine gewisse Portion Voyeurismus in sich tragen, wenn alle Seiten interessant sein sollen. 

Der wirkliche Pluspunkt ist, dass Mike Krüger nicht versucht, sein Leben künstlich aufzublasen und es interessanter zu machen als es ist.  Die Biografie gibt nicht viel Einblick in sein Familienleben, aber er klammert es nicht bewusst aus. Trotzdem wissen wir nicht, welche Schuhgröße er trägt oder welche Lieblingsfarbe seine Frau hat. Es macht ihn sympathisch, dass er so viel Wert darauflegt, dass man nicht alles von ihm weiß. 

DieBewertung

Eine gelungene Biographie, die zeigt, wie oft das Leben eine andere Wendung nimmt. 

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