Um Leben und Tod

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Um Leben und Tod

Michael Robotham

Goldmann, 2015

978-3442482818

9,99 €

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Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes …

DieProtagonisten

Audie Palmer ist ein Flüchtiger. Jemand der rennt und eigentlich weiß, dass er schon verloren hat. Die ganze Zeit frage ich mich, ob ich auch laufen würde, wenn das Ende schon feststeht. Aber egal wie: Michael Robotham hat es geschafft, dass sich der Leser fragt: Ist Audie gut oder böse? Man mag ihn oft und will ihm helfen. Andere Protagonisten möchte ich ärgern, wieder andere verprügeln. Da ist alles dabei. Audie lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben und sperrt ihn nicht aus. Es ist ein gut ausgearbeitetes Psychogramm eines Menschen. 

Auch im Gefängnis kann der Mensch Freunde finden: Moss ist einer davon. Es ist interessant etwas über diese Knastfreundschaft zu erfahren und zu merken: Freundschaft übersteht einiges. 

Kulisse

Im Gefängnis sind wir nicht lange. Aber es gibt Autofahrten mit Sack über dem Kopf, Fahrten mitten in die Wildnis hinein, ein abgelegenes Haus am Wasser und viele Motelzimmer. Aber was will man erwarten, wenn jemand auf der Flucht ist? 

Handlung

Wer da mit wem und warum ist die große Frage. Audie fleht am letzte Tag seiner Haftstrafe aus dem Gefängnis. Sein Leben dort war schwer. Immer wieder wollten andere Gefangene ihn töten, fragten ihn über den Raubüberfall aus und Albträume hatte er auch. Aber warum flüchten, wenn wirklich alles bald vorbei ist? Diese Frage stellt sich nicht nur Moss, sein Mithäftling, sondern auch die Polizei, das FBI und andere Gestalten. Wer kann diese Frage beantworten? Nur Audie und der macht alles, damit er nicht gefangen wird. 

Im Laufe der Zeit gibt es immer mehr Hinweise, dass irgendetwas nicht stimmt. Scheinbar ist Audie nicht an allem schuld, aber irgenwie beteiligt. Oder nicht? Flüchtet er, weil er schuldig ist? Will er jemanden umbringen? Und ist sein Gehirn wirklich so geschädigt, wie alle sagen? 

Immer wieder tauchen Fragen auf, die der Leser nicht beantworten kann und auch die Handlung lässt sich oft Zeit damit. Hin und wieder ist es etwas langweilig, wenn andere Figuren ihren Senf dazugeben. Audie wird immer als dumm, langsam und schrecklich grausam dargestellt. Dadurch entsteht ein gesplittetes Bild und der Leser muss sich entscheiden, was er denken will. 

Letzteres hat mir sehr gut gefallen, aber durch die Längen und ein wirklich großer Knall, der mir persönlich gefehlt hat, bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Thriller. 

 

Diegestaltung

Licht am Ende des Tunnels – das habe ich mir für Audie Palmer gewünscht. Das Cover setzt den Inhalt sehr gut um. 

DieBewertung

Ohne Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz macht es nur halb so viel Spaß. Oder bin ich zu eingefahren? Fakt ist: mir fehlte etwas Spannung ein großer Knall oder ein richtig großes Geheimnis. Als Psychogramm von jemandem, der auf Flucht ist, trotzdem recht gut gelungen: 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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