Layers – Wer jagt wen und warum?

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Layers

Ursula Poznanski

Loewe, 2015

978-3785582305

14,95 €

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Layers – die Wahrheit ist vielschichtig. Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.

DieProtagonisten

Dorian gibt sich Mühe nicht aufzufallen. Er will kein Obdachloser sein, sich gehen lassen. Er lebt auf der Straße, aber versucht weiterhin normal zu wirken. Sein Leben vorher eine Katastrophe, jetzt ist er allein und manchmal verzweifelt. Der Junge vertraut nur sich selbst und seinem Instinkt. Er ist nicht dumm. Als Leser bekommt man einen guten Eindruck von seinen Gedanken. 

Bornheim und die Villa sind sehr geheimnisvoll und ich würde den Menschen dort, nicht einfach vertrauen. Mir ging es da wie Dorian: vorsichtig und skeptisch. Jede Person ist einzigartig und bildet in der Geschichte von Ursula Poznanski ein Puzzleteil der ganzen Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen. 

Im Verlauf der Geschichte wird Dorian zutraulich. Einige Menschen lässt er nah an sich heran, darunter auch ein Mädchen und einige Jungs. Trotzdem kann man sich nie sicher sein, wer Freund ist oder Feind. 

Kulisse

Das Leben eines Obdachlosen ist für die meisten von uns völlig unbekannt. Wir kennen nur die Seite, die nach einem Euro fragt. Wir sind geleitet von Vorurteilen, wie es oftmals ist. Wollen sie nur Geld, um sich Alkohol zu kaufen? Oder finden sie es okay, wenn wir ihnen ein Brötchen kaufen? Wir sehen sie mit Hund oder ohne und können uns gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, jede Nacht auf der Straße zu schlafen. Diese Seite der Geschichte hat die Autorin sehr gut beschrieben und es somit möglich gemacht, dieses Teil von Dorians Geschichte gut kennenzulernen. 

Die Stadt selbst wirkt wie jede andere. Hohe Häuser, dunkle Ecken, U-Bahn-Tunnel. Es könnte auch in deiner Großstadt spielen. 

Handlung

Dorian lebt auf der Straße und denkt nur eins: Überleben! Bis er nachts aufwacht, nicht weiß was er getan hat und ein Mann sagt: „Komm mit!“ Kann er dem Mann trauen? Soll er mitgehen? Und wenn alles eine Lüge ist? Zu diesem Zeitpunkt ist Dorian ganz unten, allein, aber nicht verzweifelt. Er ist eine starke Persönlichkeit, deren Leben nicht gerade leicht ist. Es hat mich fasziniert, wie er seinen Tag strukturiert ohne Struktur von außen zu haben.

In der Villa ist wieder alles anders. Klamotten, Essen und Bücher. Aber warum fehlen Internet und Telefon? Warum dürfen keine Nachrichten raus und nur manche Jugendlichen in die Stadt? Dorian fühlt sich gut, bis immer mehr Dinge nicht zusammenpassen und er sich fragt: Ist es das? Eine große, stupide Aufgabe macht ihn richtig stutzig und sein Leben gerät wieder außer Kontrolle. Ab diesem Zeitpunkt sollte das Buch spannend werden. Seite um Seite hätte ich umblättern müssen, um zu wissen wie es mit Dorian weitergeht. Leider verlor ich genau jetzt den Reiz der Geschichte. Sie dümpelte für mich vor sich hin. Einige Hintergrundinformationen wollten nicht in das Gesamtkonzept passen, dass in meinem Kopf Gestalt an nahm. Ich muss ehrlich sein, denn das Buch habe ich bereits einige Tage zugeklappt, aber so richtig hinter die Story bin ich immer noch nicht gestiegen. Das große Ganze, was einen Sinn ergibt, hat mich nicht mitgerissen. Zuviel Fragen waren offen, einige wurden beantwortet, andere nie gestellt. 

Dorian ist ein toller Charakter, wenn die Autorin eines kann, dann Figuren erschaffen, mit denen ich gerne herumlaufe und eine Zeit lang zusammen lebe. 

 

Diegestaltung

Die Aufmachung des Buches ist gut. Es kam in einem passenden Karton mit der Post. Das war eine tolle Idee. Auch den Abschnitt im Cover finde ich individuell. Als Eyecatcher gut gemacht.  

DieBewertung

Am Anfang hat Dorians Geschichte mich gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wohin die Reise geht. Als es dann soweit war, konnte ich der Idee nicht richtig folgen. Die Spannung war für mich verflogen. 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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5 Kommentare

  1. Ich glaub‘ das ist mal wieder nichts für mich. Frau Poznanski und ich haben immer unsere Schwierigkeiten. 😉
    Bisher konnte mich nur ihre Dystopie überzeugen.

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