5 Tage, die uns bleiben

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5 Tage, die uns bleiben

Julie Lawson Timmer

Lübbe, 2015

978-3431039160

14,99€

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Mara, erfolgreiche Anwältin und liebevolle Ehefrau und Mutter, lebt seit einigen Jahren mit einer schrecklichen Gewissheit: Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Um ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter einen qualvollen Leidensweg zu ersparen und ihnen als glücklicher Mensch in Erinnerung zu bleiben, beschließt sie, sich nach dem Auftreten bestimmter Symptome das Leben zu nehmen. Nun bleiben ihr noch fünf Tage. Fünf Tage, um sich von den Menschen zu verabschieden, die sie am meisten liebt. Fünf Tage, um letzte Spuren in ihren Herzen zu hinterlassen. Fünf Tage, um für immer loszulassen …

DieProtagonisten

Maras Seite der Geschichte, ist die traurige, die endgültige. Trotzdem verspürt der Leser bei ihr eine Art Kraft. Etwas, was sie immer wieder voran treibt. Sie ist eine mutige Person, setzt sich Ziele und Grenzen. Früher war sie ehrgeizig im Job, heute auf anderen Gebieten. Es ist schön, ihre Gedanken zu kennen und es ist auch schön, in traurigen Situationen bei ihr zu sein. 

Maras kleine Tochter ist ein Sonnenschein, kann aber auch ganz schön gemein sein. „Kindermund tut Wahrheit kund“ heißt es, und so benimmt sich die kleine auch oft. Es kommt zu kuriosen Momenten, traurigen und emotionalen. 

Ihr Mann spielt auch eine große Rolle. Er ist zwar nur ein Statist, denn er macht sich Sorgen, redet manchmal mit ihr, aber er ist auch ein Feld in der Brandung für den Leser. 

Kulisse

Es gibt zwei Kulissen. Einmal das Leben von Mara, die einen Ehemann hat, eine kleine Tochter und liebe Eltern. Ihr Leben ist von Sorgen bestimmt, da sie mit ihrer Krankheit Leben muss. Wie schlimm es ist und wie es schlimmer wird, wird eindrücklich geschildert, sodass ich oft mitgelitten habe. Egal ob Supermarkt, im Auto der Zuhause bei Mara – der Leser ist immer mit dabei. 

Scott hat eine Frau und einen kleinen Jungen, um den er sich kümmert. Sein Leben spielt sich in seiner Schule und seinem Zuhause ab. Es herrscht eine ganz andere Atmosphäre dort, denn Scott hat mit anderen Probleme zu kämpfen. 

Handlung

Maras Geschichte beginnt traurig. Der Leser erfährt sehr viel über ihre Krankheit und erlebt den Krankheitsverlauf hautnah mit. Dabei gibt es manchmal kurze Rückblicke in ihr Leben und vor allem auch zu dem Zeitpunkt, in dem sie gesagt bekommt, dass sie sehr krank ist. 

So etwas ist nie einfach. Auch für den Leser nicht, denn Maras Leben ist erdrückend, hilflos und nur an manchen Tagen glücklich. Sie hat ein Ziel: nur 5 Tage bleiben ihr, um Lebewohl zu sagen. Noch einmal mit ihrem Mann kuscheln, mit ihren Freundinnen essen und ihre Tochter wecken. Aber wie viel erträgt ein Mensch? Wie viel kann an fünf Tagen schief gehen? Und wird das Ende tatsächlich das Ende sein? 

Gerade die letzte Frage habe ich mir immer und immer wieder gestellt. Sie kreist dem Leser beharrlich im Kopf herum. Irgendwie hofft und bangt man immer noch. 

Damit der Roman nicht zu sehr nach Abschied und Traurigkeit schmeckt, hat die Autorin ihn die zwei Geschichten geteilt. Scott hängt an seinem „Kleinen“, der aber nicht zu seiner Familie gehört. In fünf Tagen muss der Junge zurück in sein altes Leben. Scott hat sein Herz an ihn vergeben. Auch diese Situation ist nicht leicht, aber viel glücklicher als Maras. Dass beide sich kennenlernen, musste sein, damit der Leser einen Zugang zu beiden Leben erhalten kann. 

Aber es ist nicht besonders kitschig und auch nicht weit hergeholt, keine Angst. Das Buch ist ziemlich realistisch, auch wenn ich nicht alle Huntington- Symptome nachgeschlagen habe. 

Es ist ein Buch, das das Herz berührt. Dabei ist es egal, ob jemand krank ist oder ein kleines Kind ein Zuhause verlassen muss. 

 

Diegestaltung

Der Scherenschnitt auf dem Cover gefällt mir besonders gut. Nicht besonders gelungen finde ich den Klappentext. Er verrät zu viel und gibt Dinge preis, die der Leser lieber im Verlauf der Geschichte erkennen sollte. 

DieBewertung

Durch die zweigeteilte Geschichte hatte ich die Möglichkeit zu weinen und zu lachen. Die erdrückende Atmosphäre wird dadurch sehr gut aufgelockert und eine erdrückende Geschichte, bekommt einen Hoffnungsschimmer. Wer „Einfach unvergesslich“ oder „Mein Leben ohne gestern“ mochte, wird auch an diesem Buch gefallen finden. 

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2 Kommentare

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