Vielleicht – vielleicht auch nicht

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Vielleicht mag ich dich morgen 

Mhairi McFarlane 

Knaur, 2015

978-3426516478

9,99€

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Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.

DieProtagonisten

Anna hat im Leben einiges hinter sich und schaut sich immer noch ungern im Spiegel an. Sie hat verlernt, dass sie nur einen Körper hat, den sie nicht mag, bei hat sich dieser verändert. Manchmal ist sie mir zu stur und zu schnippisch. Einmal zu viel dreht sie siechem Kreis und verpasst die richtige Ausfahrt mit fadenscheinigen Gründen. Eine Rund weniger hatte es auch getan. 

Ihre Schwester ist ein kleiner Wirbelwind, der viel Geld ausgibt, das sie nicht wirklich hat. Sie ist das Gegenteil von Anna. Auch Annas Mutter hat einen kleinen Auftritt und man merkt gut, wie diese Familie funktioniert. 

Arbeitskollegen, Freunde und Co. alle sind mit liebevollen und chaotischen Macken ausgestattet. Sie machen den Roman bunt und quirlig, aber manchmal ist auch das zu viel. 

Kulisse

Annas Leben beginnt in der Highschool, die wir auch besuchen dürfen – aber nur in der Vergangenheit. Alles andere spielt im Hier und Jetzt. Auf Annas Arbeit oder bei James in der Wohnung, in einem Brautmodengeschäft oder auf der Straße. Anna ist überall und nirgendwo. 

Handlung

 Mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden, ist meist nicht so schön. Anna hatte keine tolle Jugend, war eher dicklich und eine Einzelgängerin. 

Sie schwelgt manchmal in Erinnerungen, die sie auch mit den Leserinnen teilt. Schön ist, dass man dadurch viel von ihr erfährt. Anna denkt oft, dass sie nicht schön ist und sie niemand ansieht. Eine solche Veränderung „Glaube an dich selbst!“ dauert etwas und ist in diesem Roman gut dargestellt. Es gibt kleine Fortschritte, aber auch Rückschritte. Schließlich vermittelt der Roman die Botschaft: „Liebe dich selbst! Und du kannst dich verändern!“ 

Am Anfang dauert es sehr lange, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt. Wir lernen Annas Arbeit kennen, Freundinnen von ihr und suchen ein perfektes Kleid. Bis endlich der Mann auf der Bühne erschient, der uns Probleme machen wird, vergehen einige Seiten. Schade, denn ich wäre gerne früher an diesem Punkt gewesen, denn James bringt ein bisschen Leben in die Bude. 

Gefallen haben mir auch ihre Sticheleien am Anfang, die sie sich gegenseitig an den Kopf werfen. Leider sind diese Gespräche bald vorbei. Danach streiten sie sich oder sind gut befreundet, dass mir da ein wenig die Spannung fehlt. 

Viele kleine Katastrophen kommen noch zu der eigentlich Handlung hinzu. Manchmal ist es mir etwas viel, wenn Anna sehr erwachsen sein muss und ihre Schwester rettet oder zu jedem Menschen freundlich sein will. 

 

Diegestaltung

Das Cover verspricht einen lockeren Sommerroman. Dem kann ich nur zustimmen, das ist wirklich auch drin. Da gibt es wenig philosophische Fragen zu klären und vielleicht gibt es sogar ein Happy End. 

DieBewertung

Eine verwirrende Liebesgeschichte mit einigen Fallstricken bekommt der Leser hier serviert. Einige Höhen und Tiefen, etwas vorhersehbar und manchmal etwas langatmig. Das ergibt drei Bücherpunkte: 

Bildschirmfoto 2015-05-25 um 14.26.00

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Ein Kommentar

  1. […] Im Moment bespreche ich viele Romane, die einfach so in meinem Briefkasten gelandet sind. Sie haben nicht alle sofort einen schlechten Stand, aber sie haben es schwer. Sie drängeln sich dazwischen: zwischen all die Bücher, die ich zuerst/ sofort und bald lesen wollte. Heute ist es „Es muss wohl an dir liegen“. Gelesen von Mhairi McFarlane habe ich bereits: „Vielleicht mag ich dich morgen“. […]

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