Überraschend anders – Die Allee der Kosmonauten

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Alle der Kosmonauten

Anne Krüger

Script 5, 2015

 978-3839001721

17,95 €

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In ihrer Kindheit träumte Mathilda unter anderem von einer Karriere als Osterhase, aber am liebsten wollte sie Kosmonautin werden. Als sie ihrer besten Freundin während einer Riesenradfahrt auf die Bluse kotzte, zerbrach ihr Herzenswunsch jedoch an der schnöden Realität – sie war nicht schwindelfrei. Zurück blieb eine unbändige Begeisterung für Juri Gagarin und den Weltraum. Heute Ende zwanzig, ist Mathilda immer noch auf der Suche nach einem erfüllten Leben. Kosmonautin steht als Beruf nicht mehr zur Diskussion, aber was dann? Und was das erfüllte Privatleben angeht: Welcher Mann kann schon neben Juri Gagarin bestehen

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DieProtagonisten

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Mathilda ist keine einfache Protagonistin. Mit ihr warm zu werden, ist ein etwas langwieriger Prozess. Trotzdem, dass sie immer von ihren Gefühlen redet, sind diese nicht immer nachvollziehbar und vor allem spürbar. Sie ist verzweifelt, fast dreißig und umgeben von Menschen, die irgendwie erfolgreicher sind als sie. Sich selbst zu akzeptieren, nicht immer alles zu wollen und andere Dinge zu nehmen, wie sie sind: Das ist ihre Aufgabe.

Männer kann Mathilda in ihrem Leben recht schlecht halten, was aber auch wieder mit Akzeptanz und Eigenliebe zu tun hat. Die Männer kommen und gehen, aber so viele sind es dann doch nicht. Alle sind liebevoll mit Macken und allem Drum und Dran ausgestattet.

Mathildas Freundinnen gehören zu ihrem Prozess dazu und so hat sie wirklich viele, verschiedenen Freundinnen, aber auch Bekannte.

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Kulisse

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Berlin, wie es leibt und lebt. Schnell, verrückt und doch leise und entscheidungstragend. Viel von der Umgebung gibt es nicht zu sehen, obwohl Mathilda oft in der großen Stadt unterwegs ist. Aber der Leser lernt die Allee der Kosmonauten kennen und sieht Dinge aus Mathildas Augen, die er sonst nicht wahrnehmen würde. 579035_638779992813944_432554395_s

Handlung

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Alles dreht sich um Mathilda. Sie, 29, lebt in Berlin, gerade abserviert, macht sich Gedanken über ihr Leben. Was wir auch irgendwann einmal tun werden. Gerade mit 29 macht der Mensch sich Gedanken. Als wäre die Dreißig eine böse Zahl. Was habe ich erreicht? Was will ich in Zukunft tun? Diese Fragen stellt sich Mathilda und findet nicht immer eine Antwort. Außerdem hat sich verschiedene Spleens, wie ihre Liebe zu Kosmonauten. In der DDR aufgewachsen, schaut sie mit ihren Augen auf neue Siedlungen, komische Ideen und dem, was von einem geteilten Deutschland übrig blieb. Letzteres wird nur am Rande erwähnt, war aber trotzdem interessant.

Mathilda hat in mir eine Seelengefährtin gefunden oder ich in ihr. Ich habe am Anfang das Buch völlig falsch eingeschätzt. Ich erwartete ein Jugendbuch, dass mich nicht weiter durcheinander bringt. Was ich bekam, war eine Freundschaft zu einer Figur, die wie ich 29 Jahre alt ist, sucht, wartet und nachdenkt.

Am Anfang war es nicht einfach mit Mathilda, die oft düsterer Gedanken hat und manchmal nicht fröhlich sein kann. Aber es macht sie sympathisch, die melancholische Art. Sie bringt manchmal auch Dinge mit Ironie und Sarkasmus auf den Punkt. Zum Beispiel, wenn sie zu ihrer Mutter geht, die irgendwie noch im „Damals“ feststeckt, quälende Fragen stellt und ihre Kinder behütet und doch immer gegeneinander aufwiegelt.

Das Leben ist nicht immer einfach, aber auch nicht immer schwer. Die Welt durch Mathildas Augen zu sehen, hat mein Gedanke etwas beruhigt. Den Wunsch nach allem, was geklärt wird und ist, ist etwas kleiner geworden. Die Suche nach Akzeptanz, Liebe und Eigenliebe von der Protagonisten hat mich berührt und in meinen eigenen Gedanken bestärkt oder vor diesen beschützt.

Es ist kein typisches Jugendbuch, aber es steckt voll Liebe und Gedanken, die wir uns einmal im Leben sicherlich alle gemacht haben.

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Diegestaltung

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Das Cover hat mich erst einmal verwirrt. Da ich das Buch nicht auf meiner Wunschliste hatte, wusste ich lange nicht, was ich davon halten sollte. Ich finde die Gestaltung auch etwas unglücklich gewählt, da sie das Gegenteil vom Roman ausdrückt: etwas verrücktes, fast kindliches. Der Roman selbst kann mit dieser Beschreibung nicht erklärt werden.

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DieBewertung

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Überraschend realistisch, irgendwie einfühlsam und ins Herz treffend ist „Allee der Kosmonauten“ mein Überraschungsbuch im Jahr 2015. Der Titel ist Anne Krüger schon sicher 🙂

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