Das Lächeln meiner Mutter

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Das Lächeln meiner Mutter

Delphine de Vigan

Droemer, 2015

978-3426304129

9,99 €

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Warum hat Lucile sich für den Freitod entschieden? Diese Frage treibt Delphine seit dem Tag um, an dem sie ihre Mutter tot aufgefunden hat. Schon als Kind findet sie Lucile schöner, talentierter, unkonventioneller als andere Mütter – aber auch immer wieder kühl und distanziert. Auf ihrer Spurensuche trägt sie die Erinnerungen der gesamten Familie zusammen. Es entsteht das Porträt einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war – nach Liebe, Glück und nicht zuletzt nach sich selbst.

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Lebensgeschichten können berühren, aufwühlen, aber auch langweilig sein. Da mich die Frau, die Lucile heißt und Mutter war, mich sehr an Romy Schneider und all die schönen Schauspielerinnen ihrer Zeit erinnert hat, musste ich dieses Buch irgendwann einmal lesen.

Außerdem empfahl eine Kommilitonen dieses Buch in einem Seminar. Jetzt habe ich es als Taschenbuch in der Hand gehabt und jedes Wort genossen. Zuallererst ist es die Geschichte von Lucile, die sich entscheidet ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Am Anfang war mir nicht klar, wie alt Lucile bei ihrem Freitag war und immer wieder tauchte in mir die Frage auf: Warum? Eine Frage, die eigentlich niemand beantworten kann.

Es ist aber auch die Frage und die Gesuchte von Delphine, die traurig ist, fassungslos und losgelöst von ihrem Leben. Sie zeichnet das Leben ihrer Mutter nach. Geht auf alle ausgetretenen Pfade, spricht mit vielen, erfährt fast alles – aber eine Lücke bleibt immer wieder.

Während Luciles Leben mich fasziniert und ich in ihren Strudel gerate, sind es die Einschübe von Delphine, die daran erinnern, dass immer wer übrig bleibt. Etwas bleibt zurück, Lucile konnte es nicht mitnehmen und ihre Kinder nicht verstehen.

Es ist eine Geschichte von Missverständnisse, tiefer Traurigkeit und Ungerechtigkeit. Aber auch von Brüdern und Schwester, Pflegekindern und Kindern, die nun keine Mutter mehr haben.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, vor allem das melancholisch französische, dass ich mir zwischen den Zeilen eingebildet habe und das ich bis jetzt nur bei Lilly Linder angetroffen habe.

Diegestaltung

579035_638779992813944_432554395_sDieser Blick, der alles sagt. Lebensbejahend, aber auch etwas hochmütig. Schön und still. Ich glaube, diese Frau hat mich zum Buch geführt und ich bin richtig froh, es gefunden zu haben.

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DieBewertung

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Wieder ist es ein sehr leises Buch, das mich begeistert hat. Nicht nur die Frau auf dem Cover hat mich fasziniert, sondern auch ihre Tochter, die etwas unmögliches versucht, fast scheitert und doch eine wunderbare und wundersame Geschichte erzählt.

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