Wenn es nur noch wenig Hoffnung gibt – Die andere Hälfte der Hoffnung

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Die andere Hälfte der Hoffnung

Mechthild Borrmann

Droemer, 2014

978-3426281000

19,99 €

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In der verbotenen Zone von Tschernobyl, wo nur lebt, wer nicht anders kann oder gezwungen ist, sich zu verstecken, wartet Valentina auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland.In Deutschland versteckt währenddessen Martin Lessmann eine junge osteuropäische Frau vor ihren Verfolgern. Als sie sich kurz darauf die Pulsadern aufschneidet, rettet er sie ein zweites Mal – und erfährt Ungeheuerliches.

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DieProtagonisten

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Die Mutter ist eine ruhige Frau. Sie schreibt um nicht zu vergessen, um etwa zu haben, dass ihre Lebensentscheidungen erklärt. Sie wartet und das spürt der Leser. Ich mochte ihre Geschichte sehr.

Das Mädchen ist verzweifelt und ihre Veränderung – das sie vertraut – beginnt ganz leise. Diese Entwicklung wird sehr schön dargestellt.

Alle anderen Figuren sind auch wichtig, da wären ein Mann, der hilft. Immer wieder denkt er, dass er etwas falsches macht. Es gibt einen Boten, der Angst vor der verbotenen Zone hat.

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Kulisse

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Tschernobyl, eine Zone die ich mir nie vorgestellt habe. Ich kenne einige Bilder, das Ereignis. Die Autorin beschreibt die Einsamkeit sehr eindrücklich und fast erdrückend.

Anders das Leben in Deutschland, was von Ungerechtigkeit und Gewalt geprägt ist. Wir wissen viel zu wenig, was wirklich passiert. Beide Seiten harmonieren sehr gut und geben einen komplexen Einblick auf das Geschehen.

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Handlung

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Die Handlung ist in zwei Stränge aufgeteilt. Einmal verbringen wir Zeit mit einer Mutter, die ihre Geschichte aufschreibt und dabei wartet. Wartet darauf, dass ihre Tochter nach Hause kommt, die sie hat nach Deutschland ziehen lassen.

Die Atmosphäre in dem kleinen Haus ist bedrückend, aber sie ist auch geprägt von Hoffnung und Alltäglichkeiten. Eine Mutter hält sich fest an dem letzten Strohhalm, den es gibt. In Deutschland weit weg von der vergangenen Katastrophe taucht plötzlich ein Mädchen auf. Ihr geht es schlecht, ein älterer Mann hilft und rettet ihr mehr als einmal das Leben.

Sie erzählt Ungeheuerliches, was man in Deutschland vermutet, aber nicht wissen will. Sie ist allein, verzweifelt und weit weg und sie sucht noch jemanden.

Mechthild Borrmann hat es geschafft ganz verletzlich, einsam und traurig zu schreiben. Doch sie zeigt auch Hoffnung, Liebe und Hilfsbereitschaft. Beide Stränge sind anders und nie wusste ich, was mich erwarten würde. Ehrlich gesagt, empfand ich den Strang in Tschernobyl ruhig und schöner. Schöner ist ein Widerspruch in sich, denn nichts ist daran schön, wenn eine Mutter ihre Tochter vermisst. Es ist die leise Traurigkeit mit der diese Mutter ihre Lebensgeschichte aufschreibt. Wie entstanden ihre Kinder? Wer ist ihre Tochter? Und waren ihre Fehler wirklich Fehler?

Ich lese grundsätzlich nur die ruhigeren Bücher von Mechthild Borrmann. „Der Geiger“ war wirklich gut und hat mich nachhaltig beeindruckt und auch diese Geschichte hat nachgewirkt. Sie hat noch einmal aufgewühlt, was man über dieses Ereignis weiß und daran erinnert, dass es wahrscheinlich immer noch Menschen gibt oder geben könnte, die darunter leiden.

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Diegestaltung

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Das Cover spricht mich nicht richtig an. Es ist so traurig und einsam – ich hätte wahrscheinlich nicht dazu gegriffen. Auch wenn ich es nicht mag, passt es im Verlauf immer besser zur Geschichte.

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DieBewertung

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Dieses Buch hat vier Bücherpunkte verdient und das für seine Ruhe und Traurigkeit.

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2 Kommentare

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