Wo Macht ist …

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Der Palast der Borgia

Sarah Dunant

Insel Verlag , 2014

978-3458360339

14,99 €

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Rom im August, es ist das Jahr 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse unter ihrem Fenster lässt Lukrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lukrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester etwas zu sehr liebt …

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DieProtagonisten

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Wie es sich für einen historischen Roman gehört, ist die Besetzung opulent und vielfältig. Viele Protagonisten, viele Namen und Alter und auch viele schöne Frauen.

Lukrezias ist ein sehr junges Mädchen, diese Rolle spielt sie aber ziemlich unglaubwürdig. Oft wirkt sie sehr stark und unangreifbar. Die Inhaltsangabe und ähnliches liest sich aber eher so, dass sie das erst noch lernen muss. Deswegen bin ich etwas verwirrt, als sie doch sehr robust und fast hochnäsig auftritt. Trotzdem mag ich ihre Kapitel, denn an ihr kann man recht gut die Familienverwicklungen ablesen.

Cesare hingegen ist nicht so mein Fall, vielleicht auch wegen seiner Gefühle für seine Schwester. Ich konnte mich auch nicht recht auf ihn einlassen, da seien Gefühle immer sehr hölzern wirkten.

Und der große Papst? Kann ich jemanden mögen, der mit seiner Familie spielt als wären sie Schachfiguren? Ich bin mir die ganze Zeit unschlüssig gewesen, da alles mit dieser Figur steht und fällt.

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Kulisse

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Rom im Jahre 1492, da denkt jeder an die Entdeckung Amerikas. Also ich zumindest 😉 Hier aber geht es darum, dass die Borgia zur mächtigsten Familie in Rom aufsteigen, etwas womit ich mich noch nicht beschäftigt habe. Ich mag aber Familiengeschichte sehr. Zu dieser Zeit wird sie noch durch Schachzüge, Lügen und Vermählungen bestimmt, ist das dann noch Familie? 579035_638779992813944_432554395_s

Handlung

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… ist auch Schatten.  In zehn großen Abschnitten wird dieser historische Roman erzählt. Jeder Abschnitt wird dabei mit einem Zitat eingeleitet. Das erste zum Beispiel ist einfach und treffend: „Habemus Pabam.“ Auch alle anderen haben immer mit dem Text zu tun.

Die Geschichte beginnt fast spektakulär mit der Wahl zum Papst. So wird aus Rodrigo Borgi, Papst Alexander VI.. Nicht nur sein Leben verändert sich, sondern auch das seiner Kinder. Besonders delikat ist dabei das Leben für seine Tochter, die von einer Mätresse des Borgi Oberhauptes stammt. Von jetzt auf gleich verändert sich ihr Leben und der Fokus unter dem sie betrachtet wird. Ränke und Lügen, Heiraten oder Davonlaufen – all dies ist Thema – wie es sich in einem guten historischen Roman auch gehört.

Bei so vielen Personen kann es oft schwierige sein der Handlung zu folgen. Aber die Autorin hat sich etwas Gutes ausgedacht. Der Papst, seine Tochter Lukrezias und sein Sohn Cesare bekommen jeweils einzelne Erzählsprünge. So kann sich der Leser auf eine feste Person verlassen und dann einfach umswitchen. Dies passiert aber nicht zu abrupt, sodass es immer angenehme Übergänge gibt. Ich mochte am lebenden die Kapitel von Lukrezias, denn sie muss am meisten mit den Veränderungen kämpfen und hat auch viel mit Cesare zu tun. Die Verwicklungen und Entwicklungen haben mir (wenn auch oft unwahrscheinlich) recht gut gefallen. Allerdings werden wiederum oft geschichtliche Fakten eingestreut. Diese sind wichtig, das gebe ich zu. Trotzdem waren sie mir zu trocken, oftmals zu lang und auch manchmal (wenn auch selten) unpassend.

Am Ende gibt fast ein offenes Ende, dass mich nicht befriedigt zurück gelassen hat. Für so einen bunten, historischen Roman, hätte ich mir einen größeren, schnelleren und simpleren Knall gewünscht. Aber das ist eine sehr subjektive Meinung – wie immer eigentlich.

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Diegestaltung

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Ich habe mich sofort in das Cover verliebt. Ich bin eigentlich keine historische Romanleserin. Aber die Frau in dem schönen Kleid, den Blick auf die Brücke und die Kuppel … da hat es mich gepackt und ich griff zum Buch. Zusätzlich zur normalen Geschichte gibt es noch einen Stammbaum, eine Karte, eine Vormerkung und ein Nachwort. Alles sehr hilfreich, aber eine Personenaufzählung mit Titel und Beruf hätte ich auch gut gefunden.

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DieBewertung

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Ich vergebe drei Bücherpunkte. Die vielen Fakten sind zwar schön zu lesen und verleihen dem Roman Authentizität, aber sie lassen sich schwerlich als spannend bezeichnen:

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