Lohnt es sich, sich zu verstecken?

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Gated

Die letzten Tage

Amy Christine Parker

dtv, 2014

978-3423760980

16,95 €

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Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . .

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DieProtagonisten

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Lyla ist schwierig, denn ich kann nicht glauben, dass sie alles gutheißt. Tut sie später auch nicht, aber es dauert mir viel zu lange. Etliche Seiten auf denen sie sich einredet, dass sie ein braves Mädchen sein muss, möchte ich fast nicht lesen. Nur wenn sie mit ihrem Pony zusammen ist, benimmt sie sich normal. Später im Buch komme ich besser mit ihr klar, vor allem als sie endlich mal was gegen ihre Mutter sagt.

Ihre Freunde: Will, Brian und Marie, sind allesamt gut beschrieben. Ihre Gespräche tragen für mich nicht wirklich zur Handlung bei. Vor allem Will kann ich nicht leiden, da er so ein Fähnchen im Wind ist und auch gleich so werden könnte wie Pioneer. Ich verstehe schon, dass die Anwohner an all das glauben und auch so handeln müssen, damit das Buch einen Sinn ergibt, aber genervt hat es mir trotzdem. Dem gegenüber steht die Leichtsinnigkeit von Marie, die ich fast utopisch fand, da sie selber kein Risiko eingeht. Aber da lasst Euch mal überraschen.

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Kulisse

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Mandrodage Meadows liegt tief in der Pampa. Die Beschreibungen sind allesamt recht farbenfroh und unterstreichen die heile Welt der Kolonie. Einzig die geheimen Ecken fallen etwas aus dem Rahmen, die ich schon recht beklemmend fand. Gefallen hat mir die Freundschaft zum Pony, und das Gefühl, dass Lyla wirklich etwas liebt, wenn sie reitet.

Die Außenweltbesuche sind sehr eigenartig. Ich weiß nicht, ob die Autorin Angst hatte etwas zu erzählen und zu beschreiben, denn sie kommen mir etwas kurz und blasser vor als die restlichen Momente im Buch. 579035_638779992813944_432554395_s

Handlung

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„Gated“ bringt dem Leser etwas nahe, dass er nicht kennt, weil er selbst nicht in einer Sekte lebt. Mein gesamtes Sektenwissen basiert auf „Hören-Sagen“, Artikel lesen und Nachrichten im Fernsehen. Trotzdem werden viele Gemeinschaften einzeln aufgegriffen oder sehr bekannte Gruppieren besprochen.

Hier hat die Autorin zu etwas gegriffen, dass der Leser als Sekte erkennt, aber es gibt sie nicht wirklich. Die Lebensregeln, wie wir sie vermuten, sind ähnlich. Erst ist alles sehr lieb, aber wehe du stellst dich gegen deinen Glauben, deine Mitbewohner oder den Messias.

Lylas Familie finden geschlossen den Weg zu Pioneer, nachdem sie eine Tochter bzw. eine Schwester verloren haben. Zum Teil ist dies auch der Welt  anzulasten, denn der 11. September macht es unmöglich, das verschollene Kind vernünftig zu suchen. Die Familie zerbricht und ist ein gefundenes Fressen für Pioneers Lebensidee. Zusammen mit 19 anderen Familien glauben sie daran, dass die Welt untergeht und trauen nur noch den Worten ihres Führers.

Nun sind Erwachsene jene, die oft bei ihren Entscheidungen bleiben, also wirft die Autorin den Fokus auf die Jugendlichen. Diese ahnen zum Teil, dass sie etwas verpassen da draußen.

Wenn wir gerade nicht mit Lyla grübeln oder an einen Jungen denken, bekommen wir einen guten Einblick in die Arbeiten der Sekte und ihren Lebensstil. Erst finde ich, dass alles ziemlich normal wirkt. Erst mit der Zeit schleichen sich auch bei mir Zweifel ein. Spätestens als Menschen bestraft werden, ist klar, auf was diese Geschichte hinaus läuft.

Was mir aufgestoßen ist, ist, dass Lylas Familie aus sehr traurigen Gründen in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Am dunkelsten Punkt ihres Leben sind sie hilflos und glauben einfach alles. Auf eine Art ist es nachvollziehbar, aber wo ist da der gesunde Menschenverstand, die Hoffnung für meine zweite Tochter? So wie ich ihren Grund verstand oder auch nicht, fehlten mir bei den anderen Familien, die Gründe, warum sie so leben wollten. An wenigen Stellen ahnt man, dass auch sie Geheimnisses bzw. Böses erlebt habe, aber es wird nie angeschnitten. So fehlt mir als Leser etwas der Bezug zu all diesen Menschen und schlussendlich auch der Hauptgrund, warum sie an Pioneer glauben.

Es ist schwer vorstellbar, dass Menschen einfach so glauben ohne zu hinterfragen.  Vor allem die Erwachsenen, die schon mal anderweitig Nachrichten gesehen haben oder lange in der Außenwelt gelebt haben, müssen doch wissen, dass nicht an jeder Ecke Gefahr lauert.

Mir fehlte oft der Bezug zu Personen, ihrem Leid und ihren Ideen. Aber auch das Ende war mir viel zu pauschal. Es läuft auf etwas hinaus, dass man im Umkreis einer Sekte vermutet und auch die Vorurteilen wegen denen der Sheriff hilft, finde ich zu glatt und einfach.

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Diegestaltung

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Das Cover ist nichts, was mich wirklich vom Hocker reißt. Zu oft habe ich schon eine Mädchensilhouette von hinten weggehen sehen. Einzig die Farbgebung finde ich sehr stimmig und ansprechend.

Ich hätte mir gewünscht, dass wenn das Buch schon „Die letzten 12 Tage“ heißt, diese vielleicht auch gezählt werden. Einfach ein Datum oben hin, wenn wir den Tag wechseln und gut wäre es gewesen 😉

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DieBewertung

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Ich vergebe drei Bücherpunkte, da ich die Sekten Idee mochte und auch diese Erklärungen recht schlüssig fand. Einiges stieß mir dennoch beim Lesen auf und einige Charaktere waren mir zu unschlüssig.

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