Träumende Geschichten? So viele?

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Der Wald der träumenden Geschichten

Malcolm McNeill

KJB, 2014

978-3596856701

16,99 €

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Max, wer ist eigentlich Max? Das fragt er sich zunächst selber, denn niemand weiß, wo er herkommt. Seine Adoptiveltern haben kein einfaches Leben, denn Max ist ein Träumer und außerdem gibt es Das Verschwinden. Es greift um sich und viele Menschen versuchen Das Verschwinden zu heilen, während Max einfach nur versucht sich selbst zu finden. Oder gibt es da einen Zusammenhang?

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DieProtagonisten

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Die Charaktere waren sehr individuell und neu. Aber diesmal war es vielleicht eine Prise zu ausgefallen, anders kann ich es mir nicht erklären, das ich viele erst mochte und desto individueller sie wurden, ich sie als sehr anstrengend empfand rund nicht wiedersehen wollte.

Max ist ein Träumer, sein Kopf in den Wolken und die Füße leider auf der Erde. Am Anfang fesselt mich sein Wesen noch, aber wenn wir immer weiter mir ihm reisen, kommt er mir als Kind zu erwachsen vor. Außerdem ist er sehr engstirnig und akzeptiert niemanden außer sich selbst. Komische Anwandlungen für ein Kind, als das man ihn kennenlernt und auch lieben lernen sollte. Manche seiner Tagträume finde ich auch sehr süß und wenn er Bücher liest, wer könnte ihn da nicht mögen? Aber er bleibt sehr egoistisch, auch wenn später viel auf seinen Schulter liegt.

Seine Adoptiveltern passen zu ihm, das war mein erster Eindruck. Sie sind auch etwas eigen, so wie alle Charaktere in diesem Buch. Jeder scheint eine Macke zu haben, nichts ist normal. Aber es ist doch eine normale Welt? Mir war schon klar, dass normal relativ ist, wenn die Menschen unter DEM Verschwinden leiden. Mir fehlten wenigstens ein paar normale Fixpunkte bei den Charakteren, an denen ich mich hätte festhalten können.

Jeder Charakter ist einzigartig. Etwas doppeltes wird man kaum finden. Alle reden gern und viel, das kann ganz schön dröge wirken, wenn wir ein Gespräch über sieben Seiten führen. Und mehr erklärt wird dadurch auch nicht.
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Kulisse

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Wenn es zwei Welten gibt, kann man viel mehr Sachen bestaunen. Aber was ist, wenn du irgendwann so viele Protagonisten und Zuschauer und Bäume hast, dass du selbst nicht mehr weißt, wo du bist? So ging es mir im Wald, in dem alles begonnen haben soll. Ein schrecklicher Wolf, eine Wespenhexe, Zwillinge, die nicht wissen, wer sie sind, Max, Mrs. Jeffers, Boris, der Böse … Und so ging es immer weiter. Ich mag Abwechslung und ich mochte auch den großzügigen Märchentouch, den die Geschichte bekam, nachdem wir uns auf den Weg gemacht hatten, den Ursprung zu suchen.  Aber irgendwo auf dem Weg blieb ich hängen, vielleicht habe ich den Übergang in den Wald des Beginnens nicht geschafft 😦

Viele Dinge mochte ich aber auch, so spielt die Geschichte mit Wandbilder und Kleinigkeiten, die man im späteren Verlauf noch mal wiedersieht. Das mochte ich wirklich, so konnte ich sagen: „Ha, ich habe doch etwas behalten und AUFGEPASST!“

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Handlung

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Es geht um Das Verschwinden und Den Wald. Alles hängt irgendwie mit Max zusammen und es tut mir leid, es euch sagen zu müssen: Ich habe den Zusammenhang nicht so ganz verstanden. Vielleicht war ich zu doof, kann ja sein. Ich denke aber, es hat mit diesem ganzen Wirrwarr zu tun, was der Autor mir da aufgetischt hat.

Dabei habe ich am Anfang gar nichts gegen die Geschichte. Zwar ist der Erzählstrang nie stringent, d.h der Autor hat da keine klare Linie, aber ich mag es irgendwie. Es hat etwas geheimnisvolles und am Anfang will ich wirklich noch wissen, was es mit Dem Verschwinden auf dich hat. Aber dann? Es verliert sich in ewigen Gesprächen zwischen Max und vielen Charakteren und in seiner Eigensinnigkeit. Grenzen kennt er gar nicht, nett sein muss er auch nicht – er ist einfach manchmal ein Kotzbrocken. Und mit so jemandem kann ich kaum auf ein Abenteuer aus sein.

Mir gefällt die Märchenkomponente, die schon bald klar erkennbar ist, und der Zusammenhang zwischen Geschichten lesen und Leben. Aber das sind auch die einzigen Ansätze, die ich ohne Probleme verstanden habe und denen ich folgen konnte. Der Rest ist ein Durcheinander aus Gefühlen, viele davon verletzt, Licht, Wissenschaftlern und bösen Menschen.

Es war einfach zu viel von allem für mich, dabei kann Malcolm McNeill schreiben und auch fabulieren. Seine Märchen sind allesamt bevölkert von lustigen und bösen Wesen, die ich irgendwie mochte. Aber es lief nicht so rund und dann verlor ich mich im Wald zwischen den Bäumen, so wie ich glaube, der Autor es auch getan hat. Aber irgendwann muss es ein Ende geben und dies war, gelinde gesagt, Mist. Unverständnis und ein schnell hingeschludertes Ende, das es nur so gibt, damit Max nicht weiter wirkt wie ein verzogenes Kleinkind mit viel zu viel Egoismus.

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Diegestaltung

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Großer Pluspunkt ist der Titel, der wohl jeden Buchblogger und Booktuber angesprochen hat. Mich ja auch. Auch das Design ist der Wahnsinn und ich liebe das Papier, dass sich dicker als sonst anfühlt. Wahrscheinlich ist da mein Empfinden etwas komisch 😉

Was mich aber stört, sind die Klappentexte, die überall bei den Onlinebuchhändlern zu lesen sind. Kann man noch mehr verraten? Ich denke nicht und damit wird dem Buch ein bisschen der Wind aus den Segeln genommen. Außerdem stoßen mir (mal wieder) die Vergleiche mit Michael Ende und Carlos Ruiz Zafón auf. Michael Ende ist für unerreichbar gut und bei Zafón ist es fast ebenso, nur dass ich seine Machart und Bücher nie mit dieser Geschichte verglichen hätte.

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DieBewertung

579035_638779992813944_432554395_sKommen wir zum Ernst der Lage. Den Anfang habe ich wirklich gemocht, ich dachte: „Stürzt dich in die Geschichte.“ Das ist sie. War sie aber nicht, zu viel Durcheinander, zu viel „Was, wäre wenn“ und „Wer bin ich?“. Zeitweise habe ich den Faden verloren. Tut mir leid lieber Wald, aber auf mehr Punkte schaffst du es nicht:

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